Die Wiedergewinnung von Gold aus Schmuck und Elektroschrott gewinnt immer mehr an Bedeutung, da die nach heutiger Technologie abbaubaren Goldvorkommen immer rarer werden und die Kosten für die Goldförderung permanent steigen. Nach Angaben des World Gold Council (WGC), dem Branchenverband der Goldindustrie, erreichten die globalen Förderkosten im ersten Quartal 2026 1.785 US$ je Unze. Ein weiterer Treiber ist der ökologische Vorteil: Der Fußabdruck der Goldwiedergewinnung fällt um ein Vielfaches geringer aus als bei der traditionellen Goldproduktion.
Rekordjahr 2009: Historischer Höchststand beim Recyclinganteil
Die Goldproduktion durch Recycling erreichte 2009 mit 1.728 Tonnen den höchsten jemals gemessenen Anteil an der weltweiten Gesamtproduktion des Edelmetalls. Nicht weniger als 42 Prozent der globalen Gesamtproduktion wurden durch Recycling gestemmt. Damit lag 2009 deutlich über dem langjährigen Durchschnitt, denn seit Jahrzehnten liegt der Recyclinganteil zwischen 25 und 30 Prozent. Warum war der Anteil ausgerechnet 2009 so hoch, und welche Faktoren befeuern oder bremsen die Goldwiedergewinnung?
Altgoldbesitzer dominieren das Recyclingangebot
Alter Schmuck macht 90 Prozent des zur Goldwiedergewinnung zur Verfügung stehenden Angebots aus, Elektroschrott bislang nur 6–10 Prozent, mit steigender Tendenz. 2009 kamen zwei Umstände zusammen, die eine Verkaufsentscheidung für Altgoldbesitzer begünstigten: Wirtschaftskrisen und der hohe Goldpreis. Dass diese Faktoren aber nicht immer zum Goldverkauf führen, zeigt beispielhaft das Jahr 2025. Obwohl der Goldpreis in US-Dollar einen Anstieg von mehr als 65 Prozent verzeichnet hatte, blieb eine außergewöhnliche Verkaufswelle aus. Hier dominierten deren Erwartungen, dass der Goldpreis künftig noch weiter steigen würde. Auch die zahlreichen Krisenherde weltweit motivierten zum Halten der eigenen Goldbestände, solange ein Verkauf nicht wirtschaftlich zwingend erscheint.