Es gibt wiederkehrende saisonale Ereignisse, die den Goldpreis über eine stark steigende Schmucknachfrage beeinflussen, etwa das Chinesische Neujahrsfest im Frühjahr, westliche Feiertage und die Hochzeitssaison in Indien im Herbst. Die Wertentwicklung des Edelmetalls hängt jedoch von so vielen weiteren Faktoren ab, dass sich daraus allein keine verlässlichen Trends ablesen lassen. Verschiedene Analysen zur Saisonalität des Goldpreises kommen allerdings zu dem Ergebnis, dass sich aus den Durchschnittswerten der Goldpreisentwicklung über bis zu fünfeinhalb Jahrzehnte durchaus klare Aussagen ableiten lassen. Was dies für die Investitionsentscheidungen von Privatanleger*innen bedeutet.
Überraschend eindeutige Trends über Jahrzehnte
Sowohl die Analyse der Goldpreisbewegungen von Juli 1996 bis Juli 2026 durch den auf saisonale Kursschwankungen spezialisierten Finanzdatenanbieter Seasonax als auch die Auswertung im Rahmen des „In Gold we trust“-Reports 2026 von Anfang 1970 bis Ende 2025 zeichnen ein klares Bild: Januar, Februar, Mai, Juli, September und Dezember sind empirisch gesehen die besten Monate für die Goldpreisentwicklung. Hingegen sind März, Juni und Oktober traditionell die verlustreichsten Monate für das Edelmetall.
Langfristig entwickelt sich Gold am stärksten
Wer hofft, die Saisonalität beim Goldpreis für schnelle Gewinne nutzen zu können, dürfte enttäuscht werden. Durchschnittliche Gewinne von höchstens 1,6 Prozent im Januar und Verluste von höchstens -0,2 Prozent in März und Juni reichen angesichts anfallender Transaktionskosten nicht aus, um kurzfristige Käufe oder Verkäufe zu rechtfertigen. Vielmehr zeigt der Rückblick: Gold hat vor allem über längere Zeiträume eine starke Entwicklung verzeichnet. Wer in der Eurozone vor zwei Jahren in Gold investiert hat, verzeichnete trotz der Kurskorrektur im laufenden Jahr eine Wertentwicklung von mehr als 80 Prozent.