Wird Goldschmuck langfristig an Bedeutung verlieren?

 

Angesichts der zahlreichen Investitionsmöglichkeiten in Gold könnte man vergessen, dass verarbeitetes Gold in Form von Schmuck auch heute noch einen bedeutenden Teil der gesamten Goldnachfrage ausmacht: Im ersten Quartal 2018 wurden 287,3 Tonnen Gold von Anlegern und weitere 116,5 Tonnen seitens Zentralbanken nachgefragt, gleichzeitig jedoch 487,7 Tonnen zur Herstellung von Goldschmuck. Im Rahmen der Studie "Gold 2048: The next 30 years for gold" hat John Reade, Head of Research und Chef-Marktstratege des World Gold Council, die Nachfrageentwicklung von Goldschmuck der letzten 30 Jahre analysiert und eine Prognose für die nächsten drei Jahrzehnte erstellt.

Verschiebung der Nachfrage von West nach Ost

Bereits seit mehreren Jahrzehnten stagniert die Nachfrage nach Goldschmuck in den Industrieländern, was am Generationenwechsel liegt. Junge westliche Konsumenten leben tendenziell mehr erlebnis- als besitzorientiert, während eine frühere Generation von häufigen Goldschmuckkäufern altert. Trotzdem ist in den USA die Nachfrage nach Goldschmuck in den letzten Jahren wieder leicht gestiegen, ein Trend, der vermutlich eine ganze Weile andauern wird. Nachfragemotor sind seit vielen Jahren Schwellenländer, allen voran China und Indien. Steigende Einkommen werden sich in einer wachsenden Nachfrage nach Goldschmuck niederschlagen. Dies trifft auf Indien stärker zu als auf jedes andere Land, wenn die staatlichen Ambitionen, besonders die ländlichen Einkommen zu stärken, von Erfolg gekrönt sein sollten. Allerdings könnten China und Indien langfristig eine ähnliche Entwicklung durchmachen wie die westlichen Nationen heute, wenn auch in deutlich abgeschwächter Form.

Erfolgreiche Schwellenländer sorgen für Nachfrageschub

Nationalökonomien wie Vietnam, Indonesien, Kambodscha und etliche afrikanische Länder werden bei steigenden Einkommen und gleichzeitig wachsenden Bevölkerungen in den nächsten Jahrzehnten neue Generationen von Goldschmuck-Käufern hervorbringen. Auf absehbare Zeit ist jedenfalls kaum mit einer nachlassenden Nachfrage nach verarbeitetem Gold zu rechnen.

Foto: Panthermedia

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