US-Inflation auf 13-Jahreshoch, Gold bleibt gefragt

Marktkommentar Michael Blumenroth – 11.06.2021

Wöchentlicher Marktbericht

Nachdem die Goldpreise am vergangenen Freitag nach den erneut eher gemischt ausgefallenen US-Arbeitsmarktdaten (weniger neugeschaffene Arbeitsplätze als erwartet treffen auf gleichzeitig deutlicher als erwartet angestiegene Löhne und Gehälter) 20 US$ hinzugewonnen hatten, starteten sie auch recht ordentlich in die neue Woche. Die Marktbewegungen waren bis zur Wochenmitte besonders an den Währungsmärkten allerdings relativ verhalten, da die Marktakteure gebannt auf den gestrigen Donnerstag warteten.

EZB bestätigt geldpolitischen Kurs

Dieser hielt nämlich zwei Highlights in petto. Zum einen die Sitzung der Europäischen Zentralbank (EZB), von der allerdings keine dramatischen Änderungen der Geldpolitik erwartet wurden. So kam es denn auch. Die EZB plant, im dritten Quartal 2021 weiterhin in verstärktem Tempo Anleihen aufzukaufen. Allerdings äußerte sich EZB-Präsidentin Christine Lagarde wesentlich optimistischer hinsichtlich der konjunkturellen Aussichten für 2021 und 2022, sodass die EZB vielleicht im September etwas auf die geldpolitische Bremse treten könnte.

US-Inflationserwartungen steigen weiter

Die Inflationsrate in den USA übertraf im Mai hingegen selbst die hochgesteckten Erwartungen, indem sie von 4,2 Prozent im April auf 5,0 Prozent anstieg – ein 13-Jahreshoch. In einer ersten Reaktion gaben sowohl der Euro zum US-Dollar als auch die Goldpreise nach. Im Verlauf des Nachmittags sanken dann jedoch die Kapitalmarktzinsen in den USA, während gleichzeitig die Inflationserwartungen stiegen. Dies hatte noch negativere Realzinsen (Kapitalmarktzinsen minus Inflationserwartungen) als vor Veröffentlichung der Daten zur Folge, woraufhin der Preis des edelsten aller Metalle wieder anzog. Die Marktteilnehmer setzen offensichtlich darauf, dass die US-Notenbank die sehr hohen Inflationsraten weiterhin als vorübergehendes Phänomen betrachtet und somit tolerieren wird, weshalb sie noch einige Zeit geldpolitisch sehr expansiv aufgestellt sein dürfte.

Goldpreis erholt sich nach Veröffentlichung der Inflationsdaten

Im Verlauf dieser Woche kletterte der Goldpreis von 1.870 US$ pro Unze am vergangenen Freitagmorgen bis auf 1.903,50 am Dienstagnachmittag. Der Rücksetzer unmittelbar nach Bekanntgabe der Inflationsdaten führte Gold auf 1.870 zurück; es eroberte aber schnell die Marke von 1.890 zurück und notiert nun bei 1.900 US$ pro Unze.

Der Xetra-Gold-Preis gewann ebenfalls moderat. Während der üblichen Handelszeiten stieg er zunächst von 49,65 € pro Gramm am vergangenen Freitag bis auf ein Wochenhoch bei 50,25 am Dienstagnachmittag, verbilligte sich dann gestern zunächst bis auf 49,45, erholte sich aber flott und sollte zur Handelseröffnung heute ungefähr bei 50,10 € pro Gramm gehandelt werden.

In der kommenden Woche dürfte das Treffen der US-Währungshüter am Mittwoch im Fokus stehen. Die Märkte werden jedes Wort hinsichtlich der aktuell hohen Inflation und der Notenbank-Bemerkungen hierzu auf die Goldwaage legen.

Allen Leserinnen und Lesern wünsche ich ein erholsames, sonniges Wochenende.

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