Unbarmherziger Renditeanstieg

Marktkommentar Michael Blumenroth – 23.09.2022

Wöchentlicher Marktbericht

Das Ereignis der Woche war zweifelsohne die Sitzung der US-Notenbank Fed. Zwar hatten die Märkte eine Leitzinserhöhung um (mindestens) 0,75 Prozentpunkte schon im Vorfeld eingepreist. Allerdings vermutlich nicht vollständig damit gerechnet, dass die Währungshüter nun für die nächste Zeit mit einem deutlich höheren Leitzinsniveau als zuvor rechnen. Sie nehmen nun an, dass der Leitzins Ende dieses Jahres bei 4,4 Prozent liegen wird anstelle von 3,4 Prozent, Ende 2023 bei 4,6 Prozent statt bei 3,8 Prozent. Auch für 2024 wurden die Prognosen angehoben.

Starker US-Dollar belastet Goldpreis

Unmittelbar im Anschluss an den Leitzinsentscheid fiel der Goldpreis auf 1.654 US$ je Feinunze, das niedrigste Niveau seit April 2020. Ein darauf folgender kurzfristiger Anstieg zurück auf 1.690 erwies sich nur als kurzfristige Erholung, bald ging es wieder abwärts – und das alles innerhalb einer Stunde nach dem Zinsentscheid. Der Anstieg der Renditen zweijähriger US-Staatsanleihen auf ein 15-Jahres-Hoch bei 4,15 Prozent hält den Goldpreis ebenso im Zaum wie die Tatsache, dass die Realzinsen (Nominalzinsen minus der erwarteten Inflation) im Zehnjahresbereich in den USA mit rund 1,2 Prozent nun so positiv sind wie lange nicht mehr. Auch gestern kletterten die Renditen der US-Staatsanleihen besonders auch im langlaufenden Bereich weiter an. Infolgedessen stieg auch der US-Dollar deutlich an, was Gold außerhalb der USA verteuert und somit die Nachfrage dämpft.

Zentralbanken erhöhen Leitzinsen

Dass auch viele andere Notenbanken wie zum Beispiel die in der Schweiz ebenso wie die Bank of England gestern deutlich die Leitzinsen anhoben, trägt zu einer ungünstigen Gemengelage für die Goldpreise bei. Kein Wunder also, dass sie sich auch im Verlauf dieser Woche schwer taten. Immerhin hielten sie sich unter der Beachtung des Gesamtbildes noch relativ tapfer.

Notierte Gold am Freitag vergangener Woche morgens noch bei 1.660 US$ je Unze, handelte es meist zwischen 1.660 und 1.680 in den Folgetagen. Das Wochentief bzw. -hoch wurde in der halben Stunde nach der Fed-Sitzung mit 1.654 bzw. 1.688 erzielt. Heute Morgen notiert Gold bei 1.672 US$ je Unze.  

Xetra-Gold leicht erholt

Der Xetra-Gold-Preis notiert aufgrund des schwächeren Euros ebenfalls fester. Handelte Xetra-Gold am vergangenen Freitag morgens noch bei 53,45 € pro Gramm, stieg es während der üblichen Handelszeiten bis auf 54,80 gestern Nachmittag. Heute Morgen sollte Xetra-Gold bei rund 54,70 € je Gramm in den Handel starten.

Die kommende Börsenwoche dürfte weiter im Zeichen der Inflationserwartungen und der Zins- und Bondmärkte stehen. Das anstehende Quartalsende könnte für zusätzliche Volatilität sorgen.

Allen Leserinnen und Lesern wünsche ich ein trotz Herbstanfang sonniges Wochenende.

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