Starke Bewegungen an den Märkten halten die Nachfrage nach Gold hoch

16.08.2019 - Marktkommentar

von Michael Blumenroth

Wöchentlicher Marktbericht

Auch in der bald abgelaufenen Woche standen insbesondere die nahezu unglaublichen Bewegungen an den Anleihemärkten und der Handelskonflikt USA-China im Fokus.

Hier sah es am Dienstag zunächst nach einer leichten Entspannung aus. Grund war die Verkündung eines Aufschubs der US-Zölle auf einen Teil der chinesischen Exporte. Handys, Computer-Monitore, bestimmte Spielwaren und Kleidungsstücke werden nun nicht mehr ab dem 1. September, sondern erst ab dem 15. Dezember bezollt. Hier spielt sicherlich der Gedanke eine Rolle, dass die USA vermeiden wollten, dass diese Waren im Weihnachtsgeschäft in den USA aufgrund der erhobenen Zölle teurer werden. Was den Unmut der US-Konsumenten hervorrufen könnte, den sie ja im November 2020 bei der US-Präsidentenwahl mit dem Stimmzettel zum Ausdruck bringen könnten.

Schwache Konjunkturdaten aus China und Deutschland

Die Euphorie besonders an den Aktienmärkten über diese vermeintliche Entspannung hielt aber nur einen Nachmittag und Abend an. Am Mittwochmorgen wurden Konjunkturdaten aus China veröffentlicht, die deutlich unter den Erwartungen lagen. Insbesondere der Anstieg der Industrieproduktion in China fiel so gering aus wie seit 17 Jahren nicht mehr. Nachdem dann auch für Deutschland der (erwartete) Rückgang des BIP für das zweite Quartal bestätigt wurde, hatten Rezessionsängste die Märkte von Mittwochmorgen bis Donnerstagnachmittag fest im Griff. Am deutlichsten konnte man dies an dem Absturz der US-Aktien-Leitindizes um circa 3 Prozent am Mittwoch und natürlich besonders an der Entwicklung der Anleiherenditen ablesen.

Inverse US-Zinskurve sendet Rezessionssignale

In den USA fielen die Renditen der zehnjährigen US-Staatsanleihen erstmals seit 2007 wieder unter die Rendite der zweijährigen US-Treasuries. Diese sogenannte ‚inverse Zinskurve‘ wird von vielen Marktbeobachtern als ein frühes Signal einer in 6 bis 24 Monaten folgenden Rezession gefürchtet. Des Weiteren fielen die Renditen der 30-jährigen US-Staatsanleihen erstmals in deren Geschichte unter die Marke von 2 Prozent, die Rendite 30-Jähriger Bundesanleihen auf -0,26 Prozent und diejenige der zehnjährigen Bunds bis auf knapp -0,72 Prozent. Minus! Unfassbar!

Mit über den Erwartungen liegenden US-Konjunkturdaten gestern setzte eine leichte Entspannung an den Aktien- und Anleihemärkten ein.

Vorübergehende leichte Panik an den Aktienmärkten und Renditen auf Rekordniedrigniveaus. Das ist weiterhin ein Umfeld, in dem sich Gold tendenziell gut fühlt.

Gold in US-Dollar legt im Wochenvergleich 1 Prozent zu

In US-Dollar betrachtet handelte das Gold am Donnerstagvormittag vergangener Woche bei 1.500 $/Unze. Bis zum Dienstagvormittag hielt es sich meist auch in der Nähe der 1.500 $/Unze auf, bevor es dann in einer schnellen Kaufwelle auf das neue Sechs-Jahres-Hoch bei knapp 1.535 $/Unze hochgekauft wurde. Nachdem die Verschiebung eines Teils der US-Zölle über die Ticker lief, verlor Gold in zeitweilig chaotischem und illiquiden Handel knapp 55 $ auf 1.480 $/Unze. Es erholte sich aber schon wenige Minuten später auf 1.505 $/Unze und machte somit die Hälfte der Verluste wieder wett. Mit den nahezu kollabierenden Renditen weltweit bekam der Goldpreis wieder einen Schub aufwärts, so dass er seitdem die meiste Zeit um die 1.520 $/Unze herum gehandelt wird – aktuell allerdings etwas tiefer bei 1.515 $/Unze, also exakt ein Prozent höher als am vergangenen Freitag.

Auch in Euro deutlicher Anstieg für den Goldpreis

Nachdem der Euro sich lange gegen den US-Dollar überhaupt nicht bewegt hatte, gab er nun seit Mittwochabend etwas nach und rutschte unter die Marke von 1,11 €/$. Das verteuert Xetra-Gold zusätzlich noch leicht.

Von 42,95 €/Gramm am Donnerstagvormittag vergangener Woche kletterte der Xetra-Gold-Preis bis zum Dienstagnachmittag auf 44,00 €/Gramm. Als der Goldpreis in US-Dollar absackte, gab auch der Xetra-Goldpreis bis auf  das Wochentief bei 42,65 €/Gramm nach. Mit der Erholung der Goldpreise und dem schwächeren Kurs des Euro kletterte der Xetra-Gold-Preis dann auf ein neues zyklisches Hoch bei 44,05 €/Gramm gestern Nachmittag. Heute Morgen startet der Xetra-Gold-Preis bei 43,95 €/Gramm.

Der Goldpreis könnte weiterhin der Entwicklung an den Anleihe- und Aktienmärkten folgen. Hier scheint heute Morgen etwas Ruhe hinein zu kommen. Aber diese Ruhe kann trügerisch sein, wie wir am Dienstagnachmittag gesehen haben.

Allen Leserinnen und Lesern wünsche ich nach dieser volatilen Woche ein erholsames, entspanntes Wochenende.

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