Sollten Anleger ihren Anleihe-Anteil im Depot zugunsten von Gold verringern?

Aktuelles Arnulf Hinkel, Finanzjournalist – 05.11.2019

Nach dem aktuellen Investment Update des World Gold Council (WGC) könnten diversifizierte Portfolios aus Aktien, Anleihen und Gold durch eine Erhöhung der Goldallokation von 1–1,5 Prozent im Vergleich zu den historisch bewährten Werten strukturell verbessert werden. Als Gründe für diese Änderung gibt die Analyse des WGC die gestiegenen geopolitischen Risiken und das weltweit sehr niedrige Renditeniveau von Staatsanleihen an.

82 Prozent aller Staatsanleihen bieten zurzeit negative Realzinsen

Laut der aktuellen Analyse des WGC boten im Oktober 2019 26 Prozent aller Staatsanleihen eine negative Verzinsung und die Mehrheit der verbleibenden 74 Prozent so geringe Zinsen, das der Anteil Negativ verzinster Anleihen nach Inflationsbereinigung ganze 82 beträgt. Der Grund hierfür liegt in der anhaltenden Niedrig- bis Minuszinspolitik der meisten Notenbanken in den Industrienationen. Was sich bereits seit Jahren negativ auf Sparformen jeglicher Art auswirkt, wird sich auf absehbare Zeit auch bei Staatsanleihen fortsetzen.

Die meisten Anleger haben Ihre Goldinvestments bereits ausgebaut

Die Frage, ob die vom WGC empfohlene bescheidene Erhöhung der Goldbeimischung im Depot letzten Endes Sinn macht, ist rein akademischer Natur, denn 2018 und auch das laufende Jahr waren nicht nur für Zentralbanken von Rekordkäufen von Gold gekennzeichnet: Allein schon die mit wenigen Verschnaufpausen seit fast einem Jahr anhaltende Goldrallye ist Beleg dafür, dass zahleiche institutionelle wie private Investoren den Anteil von Gold im Portfolio erhöht haben. Die etwa in der Mercer-Studie* zum Thema „Gold als Anlageklasse für institutionelle Investoren“ belegte Goldbeimischung von 5 Prozent zur Verbesserung der risikobereinigten Performance eines typischen Aktien/Anleihen-Portfolios wird in der Praxis von vielen Anlegern bereits weit überschritten. Insofern werden die aktuelle Stärke von Gold und die Renditeschwäche von Staatsanleihen in der Portfoliostrukturierung längst berücksichtigt.

*Mercer-Studie „Gold als Anlageklasse für institutionelle Investoren“, 4. Auflage Februar 2019

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