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Ist ein neuer Goldstandard denkbar?

Aktuelles Arnulf Hinkel, Finanzjournalist – 26.04.2022

© Umicore
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In Zeiten wirtschaftlicher oder geopolitischer Krisen werden immer mal wieder Rufe nach einer Rückkehr zum Goldstandard laut – speziell, wenn durch hohe Inflation oder massive Geldmengenausweitung die Stabilität einzelner Währungen oder sogar des Weltwährungssystems bedroht scheinen. So machten sich beispielsweise die Republikaner während des US-Wahlkampfs 2012 angesichts des Monetary Easing der US-Notenbank Fed für eine Wiedereinführung des Goldstandards stark. Doch wie realistisch sind solche Überlegungen?

Geldpolitische Zwickmühlen und die Untergrabung der Leitwährung US-Dollar

Dass sich sowohl die Fed als auch die Europäische Zentralbank EZB mit der Abkehr von Nullzinspolitik und Anleiheanlaufprogrammen schwertun, liegt an den zu erwartenden negativen Auswirkungen auf die Konjunktur. Die zeitweisen Kurseinbrüche an den großen Indizes nach Ankündigung der Fed, dieses Jahr die Leitzinsen stärker zu erhöhen als ursprünglich geplant, scheinen diesen Bedenken recht zu geben. Sorge machen vielen Finanzmarktbeobachtern auch die offensichtlichen Bemühungen der Wirtschaftsweltmacht China, unabhängiger von der Leitwährung US-Dollar zu werden. So werden die in den letzten Jahren stark angestiegen Goldkäufe der chinesischen Zentralbank als Warnzeichen gesehen: Plant China etwa einen eigenen Goldstandard? Dazu sollte man wissen, dass China zwar zu den größten Käufern von Gold zählt, die Goldreserven des Landes nach Angaben des World Gold Council aktuell allerdings nur 3,3 Prozent der Fremdwährungsreserven ausmachen.

Ein neuer Goldstandard würde an den alten Problemen scheitern

So sehr der Ruf nach einem neuen Goldstandard dem Edelmetall als stabilste Währung aller Zeiten schmeichelt: Sowohl der klassische Goldstandard als auch das Bretton-Woods-System hatten den unüberwindlichen Nachteil, dass durch die Bindung einer Währung an Gold eine flexible oder gar expansive Geldpolitik nicht möglich war. Außerdem gab es schon 1971, als Bretton-Woods als gescheitert galt, nicht genügend Gold zur Deckung des US-Dollars. Nach einer Analyse von U.S. Global Investors müsste der Preis für eine Unze Gold aktuell bei rund 100.000 US$ liegen, um die heutige US-Geldmenge vollständig abzudecken. Zum Vergleich: Im Bretton-Woods-System war der Preis für eine Unze Gold bei 35 US$ fixiert.

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