Goldpreise nach Talfahrt konsolidiert

Marktkommentar Michael Blumenroth – 15.01.2021

Wöchentlicher Marktbericht

Was sich in der Vorwoche bis zum Freitag hin schon abgezeichnet hatte, wurde dann noch am vergangenen Freitagnachmittag knallharte Realität. Der Renditeanstieg der langlaufenden US-Staatsanleihen versetzte den Goldpreisen einen ordentlichen Dämpfer und sorgte für Verkaufsdruck. Zusätzlich lastete die Zwischenerholung des US-Dollars als Folge der attraktiveren US-Renditen auf den Goldpreisen. Positionen, die zum Jahresbeginn hoffnungsvoll aufgebaut worden waren, wurden schnell wieder verkauft.

Wie geht es weiter mit den Renditen für US-Anleihen?

Grund für den Renditeanstieg waren die Äußerungen zweier Mitglieder des Offenmarktausschusses der US-Notenbank Fed, welche die Möglichkeit eines langsamen Auslaufens der massiven Ankäufe von Anleihen seitens der Fed noch in 2021 diskutierten. Da die Märkte von anhaltender geldpolitischer Unterstützung durch diese Anleihekäufe, die dämpfend auf die Renditen wirken, ausgegangen waren, wurden sie auf dem falschen Fuß erwischt. In dieser Woche bemühten sich jedoch unzählige Fed-Gouverneure, diese Diskussion wieder einzufangen. Fed-Chef Jerome Powell sagte erst gestern, dass aktuell überhaupt nicht die Zeit wäre, über ein Auslaufen der Anleihekäufe überhaupt nachzudenken. Infolgedessen wurde der Anstieg der Renditen zehn- und dreißigjähriger Staatsanleihen im Wochenverlauf ausgebremst, nachdem sie zuvor auf den höchsten Stand seit Februar 2020 geklettert waren.

Das gestern vom designierten US-Präsidenten Joe Biden vorgestellte 1,9 Billionen US$ schwere geplante zusätzliche Hilfspaket für die US-Konjunktur könnte mittelfristig für steigende Inflationserwartungen sorgen, was den Goldpreisen ebenso zugutekäme wie nicht weiter ansteigende Renditen.

Goldpreis in US-Dollar und Euro im Wochenvergleich schwächer

Nachdem der Goldpreis von 1.907 US$/Unze am vergangenen Freitagmorgen bis auf 1.830 US$/Unze am Freitagnachmittag bzw. 1.818 US$/Unze Montagnacht zurückgesetzt hatte, konsolidierte er im Wochenverlauf bis dato ungefähr zwischen 1.860 und 1.840 USD/Unze. Er handelt nun unentschieden und relativ richtungslos aktuell bei 1.850 US$/Unze.

Auch der Xetra-Gold-Preis gab im Wochenverlauf nach. Nach 50,10 €/Gramm am vergangenen Freitag purzelte er bis auf 48,45 €/Gramm am Montagnachmittag. Er erholte sich dank des schwächeren Euro-Kurses während der üblichen Handelszeiten schnell bis auf 49,30 €/Gramm am Dienstagnachmittag. Zur Handelseröffnung heute dürfte Xetra-Gold ungefähr um 49,10 €/Gramm herum gehandelt werden.

Die Entwicklung der Renditen in den USA und der Antritt der neuen US-Regierung kommenden Mittwoch dürften in der kommenden Woche im Fokus stehen – neben der Entwicklung der Corona-Pandemie natürlich. Am Montag gönnen sich die USA aber zunächst einen Feiertag.

Allen Leserinnen und Lesern wünsche ich ruhiges Wochenende mit eventuell etwas Schnee.

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