Gold dank US-Inflationsdaten auf Fünf-Monatshoch

Marktkommentar Michael Blumenroth – 12.11.2021

Wöchentlicher Marktbericht

Nachdem sich die Goldpreise schon am vergangenen Freitagnachmittag erneut über die Marke von 1.800 US$ pro Feinunze geschlichen hatten, schossen sie im Wochenverlauf deutlich nach oben, und zwar auf das höchste Niveau seit Juli. Zunächst profitierten die Preise des edlen Metalls von weiter sinkenden Kapitalmarktzinsen. Nachdem die Bank of England vor einer Zinserhöhung noch zurückschreckte und die US-Notenbank sich auch eher vorsichtig zum Thema „Zinserhöhung in 2022?“ positionierte, sanken die Renditen zu Wochenbeginn nämlich trotz eines am vergangenen Freitag veröffentlichten robusten US-Arbeitsmarktberichts erneut.

Inflationsentwicklung über Erwartungen der Marktbeobachter

Hatte dieser Arbeitsmarktbericht schon weiteres Inflationspotential angedeutet, kam es am Mittwoch dieser Woche schließlich zur Stunde der Wahrheit. Nachdem die am Vormittag veröffentlichten, deutlich über den Erwartungen liegenden Daten zur Inflationsentwicklung in Rumänien und Tschechien noch mit einem leichten Anheben der Augenbrauen zur Kenntnis genommen wurden, erwischte der Anstieg der Verbraucherpreise in den USA mit 6,2 Prozent die Marktbeobachter, die mit 5,9 Prozent gerechnet hatten, auf dem falschen Fuß. Zwar stiegen infolgedessen am späteren Mittwoch sowohl die Kapitalmarktzinsen als auch der US-Dollar deutlich an, was normalerweise auf den Goldpreisen lastet. Das Narrativ der Stunde war aber, dass die Verbraucherpreise erneut weiter angestiegen sind, die Inflationsraten womöglich länger auf höherem Niveau verharren und die „großen“ Notenbanken nicht forsch genug gegen die Inflation vorgehen. Es schlug also quasi die Stunde für Gold als „Inflationsschutz“.   

Gold in US-Dollar und Euro mit deutlichem Gewinn

Waren die Goldpreise vor den US-Inflationsdaten bereits von ihrem Tief bei rund 1.785 US$ pro Unze unmittelbar nach Veröffentlichung der US-Arbeitsmarktdaten bis auf 1.830 geklettert, so sprangen sie im Anschluss daran auf 1868,50. So teuer war Gold zuletzt im Juli. Seitdem gab das edle Metall einen relativ kleinen Teil der Gewinne ab, es notiert heute Morgen bei 1.856.

Der Xetra-Gold-Preis gewann aufgrund des schwächeren Kurses des Euro zum US-Dollar (ein 16-Monats-Tief) noch etwas mehr hinzu. Während der üblichen Handelszeiten kletterte er von 49,85 € pro Gramm im Tagestief am vergangenen Freitag bis auf 52,35 gestern Nachmittag. Heute Morgen dürfte der Preis zum Handelsstart ungefähr 52,10 betragen.

Auch in der kommenden Woche sollten sich die Märkte auf Daten und Zahlen, die Hinweise auf die zukünftige Entwicklung der Inflation geben könnten, fokussieren.

Allen Leserinnen und Lesern wünsche ich ein nicht allzu herbstliches Wochenende.

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