Fed schickt den Goldpreis zunächst auf Talfahrt, Trumps Tweets schieben Gold an

02.08.2019 - Marktkommentar

von Michael Blumenroth

Wöchentlicher Marktbericht

Spannende Tage sind dies an den Märkten, auch wenn viele Marktteilnehmer momentan in Urlaub zu sein scheinen. Dabei wurde der Goldpreis in den letzten Stunden ordentlich hin und her geschüttelt.
Auslöser war zunächst die Sitzung der US-Notenbank Fed. Diese senkte zwar wie erwartet die Leitzinsen um 25 Basispunkte. Allerdings hatte circa ein Viertel der Marktteilnehmer eine noch beherztere Zinssenkung um 50 Basispunkte erwartet. Zudem dämpfte der Fed-Vorsitzende Jerome Powell Erwartungen, dass die Zinssenkung am Mittwoch der Einstieg in eine größere Zinssenkungsrunde sein könnte, indem er in der Pressekonferenz explizit erwähnte, dass nicht automatisch weitere Zinssenkungen zu erwarten seien. Daraufhin wurden die Positionen der Investoren dahingehend adjustiert, dass diese ihre Zinssenkungsphantasien für den Rest des Jahres eher zurücknahmen. Dies wirkte sich zunächst negativ auf den Goldpreis aus, der bis knapp über die Marke von 1.400 US$/Unze zurücksetzte.

US-Strafzölle heizen dem Markt ein

Dass man das edelste aller Metalle allerdings nicht einfach so abschreiben darf, wurde dann am gestrigen Abend demonstriert. Um kurz vor 20.30 Uhr kündigte US-Präsident Trump an, ab dem 1. September Sonderzölle auch auf bisher davon verschonte chinesische Waren im Volumen von 300 Milliarden Dollar verhängen zu wollen. Statt der bereits dafür angedrohten Abgaben von 25 Prozent brachte Trump auf Twitter zunächst 10 Prozent ins Gespräch. Diese könnten aber schrittweise erhöht werden und auch 25 Prozent übersteigen, sagte er später vor Journalisten. Der chinesische Präsident Xi Jinping bewege sich bei den Handelsgesprächen nicht schnell genug.

Trump ließ kein Zweifel daran, dass er Xi unter Druck setzen will. Die USA würden China solange "besteuern", bis eine Einigung im Handelsstreit erzielt sei. Trumps Ankündigung schickte die US-Börsen auf Talfahrt, auch der Ölpreis fiel deutlich – der größte Tagesverlust seit vier Jahren -, und – wichtig für die Goldpreise – die Renditen zehnjähriger US-Staatsanleihen fielen auf den niedrigsten Stand seit 2016.

Turbulenzen an den Aktienmärkten, fallende Renditen / Marktzinsen und ein sich etwas abschwächender Kurs des US-Dollar; all dies schrie für viele Investoren geradezu danach, in Gold zu investieren. Und so machte der Goldpreis seine Verluste vom Mittwochabend mehr als wett.

Gold in US-Dollar im Wochenverlauf teurer

In US-Dollar betrachtet handelte das Gold am Montagabend dieser Woche bei 1.426 $/Unze. Nachdem es bis Mittwochabend um die Marke von 1.430 $/Unze herum mäandert war, setzte es im Anschluss an die Sitzung der US-Notenbank bis zum frühen Donnerstagnachmittag auf 1.400,75 $/Unze zurück. Es konnte somit die Marke von 1.400 $/Unze tatsächlich verteidigen. Nachdem der US-Dollar dann gestern Nachmittag bereits leicht nachgab und das Gold wieder leicht aufwärts kletterte, gewann es dann am Abend nach Trumps Zoll-Tweets richtig an Fahrt. Bis zum Tagesende stieg der Goldpreis auf 1.448 $/Unze, und somit bis in die Nähe seiner neulich erzielten Sechs-Jahreshochs. Im Laufe der Nacht kam es nach Gewinnmitnahmen zu einem kleinen Rücksetzer bis auf 1.430 $/Unze. Zum Handelsbeginn heute steigt der Goldpreis infolge weiter sinkender Renditen auf aktuelle 1.439 $/Unze an.

Gold in Euro erreicht sechs-Jahrs Hoch

Nach der Sitzung der US-Notenbank und der am Markt anschließend etwas ausgepreisten Zinssenkungsphantasien fiel der Euro am gestrigen Donnerstag gegen den US-Dollar auf ein neues Zweijahrestief bei 1,1027 €/US$ – seitdem hat er sich aber wieder auf aktuelle 1,11 €/US$ erholt, so dass der Währungseinfluss auf den Xetra-Gold-Preis relativ gering bleibt. Von 41,00 €/Gramm am Montagabend stieg Xetra-Gold zunächst bis auf 41,40 €/Gramm vor der US-Notenbank-Sitzung. Er fiel danach gestern auf 40,80 €/Gramm gestern Nachmittag zurück, eröffnete aber nach Donald Trumps nachbörslichen Handelskonflikt-Tweets heute Morgen auf neuen Sechs-Jahres-Hochs bei 41,70 €/Gramm  und handelt dort auch aktuell weiter.

Gespannter Blick auf US-europäische Handelspolitik

Zwar gibt es heute die US-Arbeitsmarktdaten, die normalerweise im Fokus stehen. Aufgrund der neuen Eskalation im Handelskonflikt zwischen den USA und China sollten diese aber auf ein eher geringeres Interesse stoßen (außer, sie wären katastrophal schlecht). Mit größerer Spannung wird eine Mitteilung Donald Trumps heute Abend um 19.45 Uhr unserer Zeit erwartet, in der er sich angeblich zur Handelspolitik gegenüber der Europäischen Union äußern soll.

Allen Leserinnen und Lesern wünsche ich ein erholsames Wochenende.

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