Bieten Kryptowährungen einen sicheren Hafen?

Aktuelles (Werbung) Arnulf Hinkel, Finanzjournalist – 08.02.2021

© PantherMedia /Sebastian Duda
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Bitcoin & Co wurden lange Zeit als Spielgeld für Digitalnerds und Investitionsmöglichkeit höchster Risikostufe gesehen. Die teilweise gewaltigen Kursverluste der Digitalwährungen in den letzten Jahren schienen diese weitverbreitete Meinung zu bestätigen. Die häufig diskutierte Verwandtschaft zu Gold bezog sich in erster Linie auf die Glücksrittermentalität, die Bitcoin-Investoren heute und Schürfer während des großen amerikanischen Goldrauschs gemeinsam haben. Im Corona-Jahr 2020 hat sich diese Einstellung allerdings geändert.

Kryptowährungen werden vermehrt als Wertspeicher genutzt

Digitalwährungen – allen voran Bitcoin – haben im vergangenen Jahr nicht nur erheblich an Wert zugelegt, sie wurden auch von Anlegern, die angesichts der zunehmenden Staatsverschuldungen infolge der Covid-19-Pandemie begonnen haben, die Stabilität der Währungssysteme anzuzweifeln, tatsächlich als Wertspeicher und Inflationsschutz genutzt. Könnte Gold damit nun einen ernsthaften Konkurrenten in seiner Funktion als sicherer Hafen bekommen? Gemeinsamkeiten zum Edelmetall weist der Bitcoin zumindest hinsichtlich Rarität und Produktionsaufwand auf: Seine geplante Stückzahl ist auf 21 Millionen digitale Coins begrenzt und die Herstellung ist mit Kosten von über 1.000 US$ laut dem Finanzportal GeVestor sogar teurer als die einer Unze Gold mit 878 US$ (Stand: Anfang 2021).

Unsicherheiten, ungelöste Fragen und extreme Volatilität

Kryptowährungen haben gegenüber Gold den erheblichen Nachteil, dass sie rein virtuell sind: Ein Verlust der Wallet-Zugangsdaten ist gleichbedeutend mit dem Verlust der Investition. Dazu kommt die Tatsache, dass Digitalwährungen auf keine Jahrtausende lange Wertschätzung zurückblicken können. Wer kann sicher sein, dass der zurzeit beliebte Bitcoin nicht durch eine andere Kryptowährung bedroht oder sogar ersetzt wird? Außerdem ist es wahrscheinlich, dass Digitalwährungen mittelfristig staatlich reguliert werden – schließlich stellen sie eine direkte Konkurrenz zu den Fiatwährungen dar, die Zentralbanken zur Steuerung der Geldpolitik nutzen. Auch als portfoliostabilisierendes Element ist beispielsweise der Bitcoin bislang keine Konkurrenz für Gold: Laut Berechnungen des Magazins Global Banking & Finance Review Ende Januar 2021 lag die Volatilität der Kryptowährung von 2016 bis 2020 durchschnittlich fast siebenmal so hoch wie die von Gold – keine guten Voraussetzungen für eine Risikoreduktion für Anleger.

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