Wo lagern Notenbanken ihr Gold – und warum?

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Die Gebietsansprüche der Trump-Administration auf Grönland haben unter Europäern Zweifel geweckt, ob die Goldreserven ihrer Notenbanken bei der Fed in New York noch sicher sind. Die Zentralbanken selbst teilen diese Befürchtungen offenbar nicht. Die Fed hat im Jahresverlauf nichts an Beliebtheit eingebüßt: New York ist nach wie vor die viertbeliebteste Lagerstätte für ausländische Goldreserven. Dennoch hat sich bei Entscheidungen über Rückführungen und Umlagerungen seit der Jahrtausendwende etwas verändert.

Strategische Umlagerung statt Rückführung

Im Jahr 2000 machte die Deutsche Bundesbank den Anfang und überführte 930 Tonnen Gold von London nach Deutschland. Kurz nachdem sie in den 2010er-Jahren weitere 674 Tonnen aus New York und Paris zurückgeholt hatte, zog die niederländische Notenbank nach und verlagerte 130 Tonnen von New York nach Amsterdam. Zahlreiche andere Zentralbanken verfuhren in den folgenden Jahren ähnlich. Vor Kurzem hat die niederländische Notenbank erneut Goldreserven aus New York und Ottawa abgezogen, diesmal jedoch nach London umgelagert. Mit einer Rückführung hat das nichts mehr zu tun. Es ist vielmehr eine strategische Entscheidung, die die Handelbarkeit der Goldreserven in Krisensituationen verbessern soll.

London: Bank of England bleibt die Nummer eins

London ist aufgrund seiner Bedeutung als Handelsplatz mit Abstand die beliebteste Lagerstätte für Goldreserven von Notenbanken, deutlich vor der nationalen Lagerung. Die Auswertung der „2026 Central Bank Gold Reserves Survey" des Branchenverbands der Goldindustrie World Gold Council zeigt, dass für Notenbanken weltweit heute vor allem drei Aspekte bei der Lagerung ihrer Goldreserven entscheidend sind: Verwahrungsrisiko, physischer Zugriff und Marktliquidität. Hintergrund sind die gestiegenen geopolitischen Unsicherheiten.