Welchen Einfluss die US-Midterms auf den Goldpreis haben

Aktuelles

Eine Analyse des Finanzmagazins „Das Investment“ aus dem Jahr 2020 kam zu dem Ergebnis, dass der Ausgang von US-Wahlen traditionell keinen nennenswerten Einfluss auf den Goldpreis hatte. Das galt von der Wahl Richard Nixons bis zur Wiederwahl Barack Obamas. Ausschlaggebend dafür waren die Handels- und Außenpolitik, die sich jahrzehntelang bei Demokraten und Republikanern sehr ähnlich gestalteten. Mit der zweiten Amtszeit von Donald Trump hat sich dies grundlegend geändert. Deshalb blicken nicht nur Politiker weltweit, sondern auch die Kapitalmärkte gespannt auf die US-Zwischenwahlen, die Midterms. Sie könnten die Machtverhältnisse in Repräsentantenhaus und Senat verschieben.

Trump: vom Umbauer zur „lahmen Ente“?

Eine Abkehr von der aktuellen US-Politik der Strafzölle und der Vernachlässigung der transatlantischen Beziehungen könnte durchaus Einfluss auf den Goldpreis haben. Dies setzt jedoch voraus, dass Donald Trump seine politischen Ziele nach den Midterms nicht mehr verfolgen könnte. Er wäre dann eine „lahme Ente“, weil die Demokraten mit ihren potenziellen Mehrheiten im Kongress Gesetzentwürfe der Republikaner torpedieren könnten. Das ist jedoch aus mehreren Gründen unwahrscheinlich: Erstens reichen die prognostizierten Machtverschiebungen in beiden Häusern nicht aus, um ein Filibuster zu ermöglichen. Zweitens regiert Trump gerne per Dekret und muss daher für viele seiner Entscheidungen keine Mehrheiten suchen.

Demokraten: Rückenwind für den Goldpreis?

Grundsätzlich könnte sich eine Verschiebung der Mehrheiten im Kongress zugunsten der Demokraten positiv auf den Goldpreis auswirken. Das Ergebnis der Midterms wäre dann ein sogenanntes Divided Government, das für die Kapitalmärkte eine gewisse Unsicherheit bedeuten könnte. Auch Befürchtungen von Unternehmen, bei einem Regierungswechsel 2028 sei eine Abkehr vom Protektionismus und eine Wiedereinführung von Umweltauflagen wahrscheinlich, könnten den US-Dollar belasten und den Goldpreis befeuern. Aktuell stellt sich die Frage, wie stark die Demokraten aus den Midterms hervorgehen werden. Die Erfahrung, die Hillary Clinton 2016 machen musste, zeigt, dass sich positive Prognosen für die Demokraten am Wahltag in der Vergangenheit oft nicht so stark erfüllten wie erwartet.