Für eine Unze Gold kann der Wiesn-Besucher dieses Jahr nicht weniger als 240 Maß kaufen – ein absoluter Rekord, den es seit Beginn der Aufzeichnungen für die Gold/Wiesn-Bier-Ratio 1950 auf dem Oktoberfest nicht mal annäherungsweise gegeben hat. Zum Vergleich: 2006 erhielt man dafür gerade mal 63 Maß Bier, und selbst im vergangenen Jahr, das für Gold extrem bullish verlief, waren für den durstigen Goldbesitzer nicht mehr als 186 Maß drin. Ist das Maß Bier auf der Wiesn seit letztem Jahr also günstiger geworden? Keineswegs: Wie jedes Jahr ist der Preis für ein Wiesn-Bier gestiegen – im Vergleich zum Vorjahr jedoch nur moderat, auf stolze 15,90 €.
76 Jahre Gold/Wiesn-Bier-Ratio
Um die Entwicklung der Kaufkraft von Fiatwährungen gegenüber Gold zu analysieren, wurden bereits zahlreiche Ratios ins Leben gerufen. Zu den bekanntesten zählen der Gold-Mac-Index, der das Edelmetall einem Hamburger gegenüberstellt, sowie die iPhone/Gold-Ratio, die die Preisentwicklung eines beliebten Smartphones mit der des Edelmetalls vergleicht. Ziel all dieser Ratios ist die Veranschaulichung des Kaufkraftverlustes von Euro und US-Dollar im Zeitablauf – oder umgekehrt die Funktion von Gold als langfristiger Wertspeicher und Schutz vor Geldentwertung.
93 Maß im langjährigen Mittel
Der Verlauf der Gold/Wiesn-Bier-Ratio zeigt, wie volatil Gold kurzfristig sein kann: 1950 bekam man noch 91 Maß, 1970 nur 48 Maß pro Unze Gold – allerdings war in der Zwischenzeit auch der Bierpreis stark gestiegen. 2024 waren es 148 Maß, 2025 bereits 186 Maß pro Unze. In beiden Jahren entwickelte sich Gold extrem gut, im gleichen Zeitraum zogen aber auch die Wiesn-Bierpreise heftig an. Unter dem Strich bleibt die Gewissheit, als langfristiger Goldanleger das Oktoberfest am günstigsten zu bestreiten – soweit man bei der Wiesn von „günstig" sprechen kann.