Laut der aktuellen Publikation „Gold ETF Flows: September 2026“ des Branchenverbands World Gold Council verzeichneten Gold-ETFs/ETCs im dritten Quartal 2026 Zuflüsse im Wert von 31 Milliarden US$ und damit die höchsten aller Zeiten. Angeführt wurde dieser Rekord von nordamerikanischen Goldfonds und europäischen ETCs. Trotz des zuletzt gesunkenen Goldpreises erhöhte sich der verwaltete Goldbestand allein im September um 67 Tonnen auf weltweit 4.256 Tonnen, ebenfalls ein Rekordhoch. Im gleichen Zeitraum ging der Wert des in ETFs/ETCs verwalteten Goldbestands um 7 Prozent auf 574 Milliarden US$ zurück.
Europa: ETCs übertreffen nordamerikanische Goldfonds
Nordamerikanische Goldfonds verbuchten im dritten Quartal 2026 Nettozuflüsse von 12 Milliarden US$, trotz der widrigen zinspolitischen Entwicklungen in den USA. Europäische Gold-ETCs mit physischer Besicherung übertrafen dies mit 14 Milliarden US$, ebenfalls ein Quartalsrekord. Neben soliden Nettozuflüssen in Deutschland und Frankreich verzeichneten vor allem britische ETCs im letzten Quartal in zwölf von 13 Wochen Zuflüsse von insgesamt 7,5 Milliarden US$. Asiatische Goldfonds meldeten im gleichen Zeitraum Nettozuflüsse von insgesamt 4,9 Milliarden US$, wovon der Löwenanteil auf chinesische Gold-ETFs entfiel.
Rekordzuflüsse trotz oder wegen der Goldpreiskorrektur?
Die Gemengelage für Gold im dritten Quartal 2026 war komplex und ist es weiterhin. Das zeigt sich auch im Anlegerverhalten der vergangenen Monate. Weltweit standen im dritten Quartal 417 Tonnen Zuflüssen in Gold-ETFs/ETCs rund 206 Tonnen Abflüsse gegenüber. Zahlreiche Anleger verkauften Gold zugunsten von Anleihen. Mehr als die doppelte Menge kauften jedoch andere Marktteilnehmer, die den niedrigeren Goldpreis nutzten oder sich angesichts der schwierigen geopolitischen Lage absichern wollten. In jedem Fall spiegeln die Rekordzuflüsse das Vertrauen der Anleger in das Edelmetall wider.