Als ich gestern Abend noch unterwegs war, fiel mir siedend heiß ein, dass ja heute schon Donnerstag ist und nach all den kürzlichen donnerstäglichen Feiertagen es mal wieder an der Zeit ist, in den üblichen Rhythmus mit diesem Marktkommentar zu kommen.
Goldpreis unter Druck
Wobei es Wochen gibt, in denen man sich gerne vor einem Gold-Marktkommentar drücken würde. Aber, kneifen gilt nicht – vergessen Sie nicht, ich bin nur der Überbringer der Botschaft! Und diese ist, dass es in den vergangenen Tagen nicht gerade glänzend für die Anhänger des gelben Metalls gelaufen ist.
Einfluss der US-Arbeitsmarktdaten
Unter Druck gerieten die Goldpreise am vergangenen Freitag, nachdem die US-Arbeitsmarktdaten wesentlich besser ausfielen, als im Vorfeld im Marktkonsens erwartet. Daraufhin wurde eine Leitzinserhöhung seitens der US-Notenbank Fed bis Ende dieses Jahres an den Zinsterminmärkten fest eingepreist – sowie eine weitere bis Mitte 2027. Die Renditen der US-Staatsanleihen stiegen kräftig, der US-Dollar wertete ebenfalls auf.
Geopolitische Risiken und Ölpreise
Unglücklicherweise stehen die Zeichen im Nahost-Konflikt zudem momentan nicht wirklich auf Deeskalation, dies hat steigende Ölpreise zur Folge, was ebenfalls in den vergangenen Wochen immer wieder die Goldpreise belastet hatten. Und zu guter Letzt äußerten Charttechniker die Ansicht, dass Gold durch den Fall unter den gleitenden 200-Tage-Durchschnitt bei rund 4.400 US$ pro Unze stärker unter Druck geraten sei.
Aktuelle Goldpreisentwicklungen im Überblick
Blicken wir also der Wahrheit ins Gesicht: Notierten die Goldpreise am Mittwochmorgen vergangener Woche bei rund 4.460 bzw. im Tageshoch am Donnerstag bei 4.515 US$ pro Unze fielen sie am Freitagnachmittag nach den US-Arbeitsmarktdaten zum Wochenschluss auf 4.325. Dort in der Nähe hielten sich die Notierungen auch bis Dienstagnachmittag. Mit den zunehmenden Spannungen im Iran-Konflikt ging es seitdem aber stramm abwärts bis auf ein Tief bei 4.024 heute Nacht. Beim Schreiben dieser Zeilen zum europäischen Handelsbeginn wird es bei rund 4.095 US$ pro Unze gehandelt, also zumindest leicht erholt.
Entwicklung des Xetra-Gold-Preises
Der Xetra-Gold-Preis gab naheliegenderweise ebenfalls nach: Während der üblichen Handelszeiten ging es von 123,50 € pro Gramm am vergangenen Mittwochmorgen zunächst noch einmal aufwärts bis auf 124,70 am Donnerstagnachmittag. Auch hier ging es am Freitag und seit Dienstagnachmittag parallel zum Goldpreis gegen US-Dollar stramm südwärts bis auf 114,55 gestern Nachmittag. Zum heutigen Handelsauftakt dürfte der Preis noch etwas tiefer bei rund 114 € pro Gramm notieren.
Marktausblick: Fragile Lage aber intakte Fundamentaldaten
Die Lage für die Goldpreise bleibt momentan fragil. Für Geduld und mittelfristige Zugewinne spricht, dass die fundamentalen Gründe, die 2025 und zu Beginn dieses Jahres die Goldpreise aufwärts bewegt haben, weiterhin intakt scheinen – wie beispielsweise die Diversifikation von Positionen in US-Staatsanleihen, die global weiter steigenden Staatsschulden und die zunehmende Nachfrage nach Gold in Asien. Aktuell dürften jedoch viele Notenbanken, wie heute Nachmittag die EZB, eher die Leitzinsen erhöhen, was für die Goldpreise keine gute Nachricht ist.
Allen Leserinnen und Lesern wünsche ich ein erholsames Wochenende, und dass Sie von den Märkten abschalten können.