Spätestens seit der legendäre König Krösus 560 v. Chr. Goldmünzen einführte, gilt das Edelmetall als besonders sicheres Zahlungsmittel. Gold wurde zur Währung und im Verlauf der Geschichte zur Stabilisierung von Fiatwährungen genutzt. Das britische Empire führte mit dem „Coin Act" von 1816 offiziell den klassischen Goldstandard ein. 1944 schließlich wurde das Bretton-Woods-System eingeführt, eine flexiblere Form des klassischen Goldstandards. Doch auch dieses wurde 1971 aufgrund der weltweiten Geldmengenausweitung in den Mitgliedstaaten wieder aufgegeben. Weltweit? Nein: Ein kleines Land mitten in Europa führte den Goldstandard bis zur Jahrtausendwende fort.
Die Schweiz beendete als letztes Land 1999 den Goldstandard
Erst 28 Jahre nachdem alle anderen Nationen die Bindung ihrer Währungen an Gold aufgegeben und damit in reine Fiatwährungen gewandelt hatten, beschloss auch die Schweiz, die bis dahin geltende 40-prozentige Deckung des Schweizer Franken zu beenden. Bis dahin hatte die Schweizerische Nationalbank (SNB) aus exakt dem Grund an der zumindest partiellen Goldbindung festgehalten, aus dem andere Nationen diese aufgaben: dem Zwang zu einer moderaten Geldpolitik und der erschwerten Geldmengenausweitung durch die Golddeckungspflicht. Ab dem Frühsommer 2000 begann die SNB, Teile ihrer Goldreserven abzubauen.
War der Abbau der Goldreserven womöglich ein Fehler?
So richtig die Entscheidung der SNB war, die 40-prozentige Deckung des Schweizer Franken durch physisches Gold aufzugeben, so falsch könnte aus heutiger Sicht die Entscheidung gewesen sein, einen signifikanten Teil der Goldreserven zu verkaufen. Der Schweizer „Tagesanzeiger" formulierte es Ende 2025 so: Es handle sich womöglich um den teuersten Fehlentscheid der Schweizer Geschichte. Gemeint ist damit die Tatsache, dass der Goldpreis seit der Jahrtausendwende bis heute in Franken um 678 Prozent gestiegen ist. In Euro sind es sogar 1.263 Prozent. Allerdings sind die Eidgenossen nach wie vor hervorragend mit Gold ausgestattet: Laut einem Bericht des Schweizer Rundfunks SRF Ende 2024 besitzt die Schweiz pro Kopf ein privates Goldvermögen von 115 Gramm (ohne Schmuck), wozu noch das Gold der SNB mit 118 Gramm pro Kopf kommt – das mit Abstand größte Gold-pro-Kopf-Vermögen der Welt.