Was bedeutet eigentlich Karat?

Die Zahl des Monats Dezember: 14 Karat

Sehen Sie sich die Zahl des Monats Dezember an, um zu erfahren, woran Markus Koch denkt, wenn er „Karat“ hört!

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Die Zahl des Monats: 14

Jedes Jahr zur Vorweihnachtszeit dominiert in den Einkaufsmeilen Europas eine Farbe: Gold. Solchermaßen festlich geschmückt zeigen sich nicht nur Geschäfte, sondern häufig auch viele Privathäuser. Auch im heimischen Wohnzimmer erstrahlt die Nordmanntanne primär in Gold: die Christbaumkugeln, das Lametta und natürlich der gute alte Rauschgoldengel, der auf der Spitze des Weihnachtsbaums thront. Aber auch unter dem Christbaum findet sich häufig– hübsch verpackt – Gold in Form von Halsketten, Armreifen und Ohrringen, Manschettenknöpfen oder Armbanduhren. Diese beliebten Geschenke sind in aller Regel aus 14 Karat Gold, was einem Reinheitsgrad von 585/1000 entspricht, d.h. 58,5 Prozent des Schmuckstücks sind aus reinem Gold. Die gebräuchlichsten Feingehalte von Gold beginnen bei 8 Karat – sogenanntes 333-er Gold – für weniger wertigen Goldschmuck und bewegen sich in den Stufen 9,14, 18, 21 und 23,2 bis hin zu 24 Karat Reinheit – die Königsklasse.

Warum eigentlich „Karat“?

Der Ausdruck „Karat“ entstammt dem französischen „Le Carat“, was selbst aus dem lateinischen „caratus“ entstanden ist. Dieses wiederum ist ein Lehnwort aus dem Arabischen, was selbst dem altgriechischen Wort „Keration“ entlehnt ist, womit die Früchte des Johannisbrotbaums bezeichnet wurden, deren Samen damals aufgrund ihrer einheitlichen Größe häufig zur Gewichtsmessung benutzt wurden. Aufgrund der Möglichkeit, sehr kleine Gewichte relativ zuverlässig zu bestimmen, empfahl sich die Maßeinheit bereits in der Antike nur für sehr kostbare Rohstoffe und Waren. Als „metrisches Karat“ etablierte sich diese Maßeinheit zur Bestimmung der Masse von Edelsteinen und wird auch heute noch dafür genutzt.

Weshalb Schmuck nicht aus 24 Karat Feingold hergestellt wird

24 Karat ist das Nonplusultra, was die Reinheit von Gold betrifft: Sie beträgt dann nämlich 999,9/1000. Für täglich getragenen Schmuck ist dieser Reinheitsgrad jedoch ziemlich unpraktisch, denn 24-karätiges Gold ist zwar unvergänglich, es korrodiert oder altert nicht. Gleichzeitig ist es aber nicht nur extrem schwer, sondern auch relativ weich und dadurch mit der bloßen Hand verformbar. Goldlegierungen mit einem niedrigeren Reinheitsgrad hingegen haben den Vorteil, dass sowohl Preis als auch Gewicht des Schmuckstücks geringer ausfallen. Darüber hinaus ist es härter und weniger empfindlich gegenüber physischer Beanspruchung.

Aus 24-karätigem Gold sind heute vor allem moderne Anlagemünzen wie Maple Leaf, Philharmoniker oder auch China Panda und Goldbarren von renommierten Herstellern wie Umicore, Heraeus oder Degussa. Der Wert von Goldbarren wird ausschließlich durch ihren Feingoldgehalt bestimmt, bei Anlagemünzen übersteigt der Materialwert den Nominalwert meist deutlich.

Andere Länder, andere Feinheitsgrade

Thaigold besteht in der Regel aus 23,2 Karat, was einem Reinheitsgrad von 965/1000 entspricht. Dies hat vor allem traditionelle Gründe, denn Thaigold gibt es schon seit mehreren Tausend Jahren, da in Siam (zu Deutsch „Gold“), wie Thailand bis 1939 hieß, schon sehr früh viel Gold gefördert wurde. In Asien wurde damals schon Gold nicht nur aufgrund seiner Schönheit geschätzt, sondern auch als Wertspeicher. Ähnlich sieht es bis heute noch im orientalischen Raum aus, weshalb dort bei Hochzeiten für Brautgeschenke in Form von Schmuck meist 21-karätiges Gold zum Einsatz kommt, was einer Reinheit von 875 entspricht. Der einfache Grund: Auch hier wird Goldschmuck in erster Linie als Wertspeicher gesehen und dient der Braut im Falle einer Trennung als Absicherung. Neben dem gängigen 21-Karat-Goldschmuck sind bei Brautgeschenken auch Varianten mit 21,6 und 22 Karat beliebt, was einer Reinheit von 875/1000 bzw. 900/1000 entspricht.

Natürlich gibt es auch in westlichen Regionen die Möglichkeit, besonders wertvollen Goldschmuck zu kaufen bzw. zu verschenken: Neben der üblichen 14-Karat-Variante gibt es auch hier besonders hochwertigen Goldschmuck mit einer Reinheit von 750/1000, was 18 Karat entspricht.

Der Verkauf von Altgold kann sich durchaus lohnen

Als Altgold bezeichnet man nicht mehr verwendeten Goldschmuck oder auch alte, nicht mehr als Anlagegoldmünzen genutzte Handelsgoldmünzen. Handelsgoldmünzen wie Kronen, Gulden oder Reichsmünzen des Deutschen Kaiserreichs bestanden häufig aus 21,6-karätigem Gold. Wie bei Schmuck variieren auch bei Goldmünzen die Reinheitsgrade. Der Gang zum Juwelier mit altem Schmuck oder der Goldmünzensammlung der Großeltern kann sich also durchaus als lukratives Geschäft erweisen. Vorher sollte man sich allerdings gerade bei Goldmünzen informieren, ob ein eventuell bestehender Sammlerwert den reinen Materialwert möglicherweise übersteigt.

Arnulf Hinkel
Finanzjournalist

Links zu den verwendeten Quellen:

https://www.goldundco.at/goldwissen/gold-lexikon/wissen/goldlegierungen.html

https://de.wikipedia.org/wiki/Karat_(Feingehalt)

https://de.wikipedia.org/wiki/Metrisches_Karat

https://www.bullion-investor.com/kurse/goldpreis/karat-feingehalt/21.6kt-900er/

 

 

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