Die Goldreserven der Zentralbanken

Die Zahl des Monats Juni: 35.196,9 Tonnen

Wo der James-Bond-Bösewicht Goldfinger das meiste Gold der Welt finden würde,
verrät Ihnen Markus Koch in einem kurzweiligen Video!

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35.196,9 Tonnen

Spätestens seit der Filmschurke Goldfinger im gleichnamigen James-Bond-Abenteuer 1964 auf Kinoleinwänden weltweit versuchte, die Festung Fort Knox zu überfallen, sind „Goldreserven“ nahezu jedem ein Begriff. 

Doch wozu gibt es sie eigentlich? Genau wie Fremdwährungen – außerhalb der USA vor allem US-Dollar – und einige weitere Positionen dient Gold als Währungsreserve, die von der jeweiligen Zentralbank zur Gestaltung der Währungspolitik genutzt wird. Dass Gold zu einem wichtigen Bestandteil der Währungsreserven der meisten Länder geworden ist, liegt nicht nur an der Unabhängigkeit des Edelmetalls von Finanzsystemen oder an seinem Ruf als „älteste und härteste Währung aller Zeiten“, sondern vor allem an dem Umstand, dass es sehr lange an die weltweite Leitwährung US-Dollar gekoppelt war. Seit dem Ende des Gold Standard, also der Ablösung des Goldkurses von der US-Währung, verwahren Zentralbanken das Edelmetall in erster Linie als nationale Reserve für Krisenzeiten sowie als Risikoausgleich zu Schwankungen des US-Dollar.

Weltweite Goldreserven erreichen 1965 ihren Höchststand

Das steigende Volkseinkommen in vielen Ländern führte auch zu wachsenden Währungsreserven – und zu einem bis heute ungeschlagenen Goldreserve-Rekord: ganze 38.347 Tonnen Gold  lagerten in Zentralbanktresoren rund um den Globus. Nach der Aufgabe der Bindung des Goldpreises an die US-Währung verlor Gold als Währungsreserve an Bedeutung. Die weltweiten Goldreserven schrumpften bis 2007 auf 29.667 Tonnen. Dann folgte jedoch die Finanzkrise, die Gold für Zentralbanken wieder interessanter werden ließ. In den letzten zehn Jahren sind die globalen Goldreserven fast durchgängig gewachsen, da der steigende Goldpreis das Edelmetall auch als Renditebringer beliebt werden ließ. Heute lagern 35.196,9 Tonnen in den Tresoren der Zentralbanken.

Höhe der Goldreserven international sehr unterschiedlich

Die größten nationalen Goldreserven befinden sich – da hatte Goldfinger durchaus den richtigen Riecher – im Besitz der US-amerikanischen Notenbank Fed. Mit stolzen 8.133,5 Tonnen verfügt sie über mehr Goldreserven als jedes andere Land auf der Erde. Schon an zweiter Stelle jedoch folgt Deutschland mit 3362,4 Tonnen. Das scheint wenig im Vergleich zu den USA und noch weniger, wenn man die deutschen Goldreserven mit jener Goldmenge vergleicht, die in deutschem Privatbesitz ist. Sie liegt bei über 8.900 Tonnen! Im Vergleich zu den meisten anderen Ländern können sich die deutschen Goldreserven aber durchaus sehen lassen. Von den 100 Staaten mit den höchsten Reserven lagern laut der aktuellen Statistik des World Gold Council ganze 82 weniger als 1.000 Tonnen Gold in ihren Tresoren. 

Ebenso lang wie die USA und Deutschland die ersten beiden Plätze der Länder mit den höchsten Goldreserven belegen, tun dies Italien und Frankreich mit 2451,8 respektive 2.436,2 Tonnen auf Platz drei und vier.  

Die aktuellen Plätze fünf und sechs hingegen sind von Newcomern erobert worden: Russland und China haben in den letzten Jahren ihre Goldreserven massiv auf 2.298,5 bzw. 1.948,3 Tonnen ausgebaut. Viele andere Länder halten eher geringe Goldreserven. Sie liegen bei 29 der 100 Länder mit den höchsten Goldreserven im einstelligen Tonnen-Bereich. Daneben gibt es auch Länder, die völlig auf Goldreserven verzichten, wie beispielsweise Norwegen, Georgien, Israel, Neuseeland und Kanada.

Die richtige Perspektive: Goldreserven in Relation zu Währungsreserven

Um anhand der absoluten Mengenangaben zu beurteilen, wie wichtig die eigenen Goldreserven für einen Staat sind, ist der Blick auf die gesamten Währungsreserven unerlässlich. Bei den vier Spitzenländern stimmt der erste Eindruck allerdings. Nicht nur absolut halten die USA, Deutschland, Italien und Frankreich die höchsten Goldreserven, diese machen auch einen Großteil ihrer gesamten Währungsreserven aus, nämlich zwischen 66 und 78 Prozent. 
Anders sieht es bei Russland und vor allem China aus. Während die russischen Goldreserven immerhin noch 23,7 Prozent der Währungsreserven bestreiten, sind es in China nur magere 3,5 Prozent. Unter den 100 Staaten mit den höchsten Goldreserven gibt es nur fünf, deren Goldbestand in noch geringerem Maß zu den gesamten Währungsreserven beiträgt. 

Auf der anderen Seite gibt es jedoch auch Länder, deren Goldreserven zwar eher niedrig sind, nichtsdestotrotz aber den Löwenanteil ihrer gesamten Währungsreserven bestreiten. Dies trifft beispielsweise auf Zypern zu, wo ein Goldbestand von nur 13,9 Tonnen ganze 68 Prozent der Währungsreserven des Landes ausmacht. Spitzenreiter in dieser Hinsicht ist unangefochten Venezuela, wo 161,5 Tonnen Goldreserven ganze 83,5 Prozent der kompletten Währungsreserven stellen. 

Arnulf Hinkel
Finanzjournalist

Quelle aller Angaben zu den Goldreserven und deren Anteil an den gesamten Währungsreserven: World Gold Council, 
Stand: 5. Februar 2021

Verwendete Links:

https://www.gold.org/goldhub/data/monthly-central-bank-statistics 

https://de.wikipedia.org/wiki/Fort_Knox 

https://de.wikipedia.org/wiki/W%C3%A4hrungsreserve 

https://de.wikipedia.org/wiki/Goldreserve 

https://www.ceicdata.com/de/indicator/norway/gold-reserves 

https://www.manager-magazin.de/fotostrecke/zahlen-und-fakten-zum-deutschen-goldbesitz-fotostrecke-168126.html 

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