Zentralbanken-Gold: Trotz kräftiger Zukäufe 38 Prozent weniger im 3. Quartal

Aktuelles Arnulf Hinkel, Finanzjourmalist – 15.11.2019

Es wirkt paradox: Notenbanken weltweit haben nach aktuellen Angaben des World Gold Council (WGC) im dritten Quartal 2019 insgesamt 158,2 Tonnen Gold gekauft – ein starker Wert, der die derzeitigen geopolitischen Risiken und ungelösten Krisen adäquat widerspiegelt. Nur zum Vergleich: 2017 kauften Zentralbanken gerade mal 371,4 Tonnen weltweit – über das gesamte Jahr.
Nichtsdestotrotz meldet der WGC ein Nachfrageminus von 38 Prozent für das dritte Quartal im Vergleich zum Vorjahresquartal. Wie passen diese beiden Aussagen zusammen?

Der Nachfragerekord des dritten Quartals 2018 bleibt ungebrochen

2018 war ein enorm starkes Jahr hinsichtlich der Goldzukäufe von Zentralbanken, genau genommen das stärkste seit 1971, wie die Ökonomin Isabelle Strauss-Kahn in ihrem Beitrag: "Central banks return to gold" in der Juli-Ausgabe 2019 des "Gold Investor" berichtete. Die Goldnachfrage von Zentralbanken im Jahr 2018 überstieg jene von 2017 um 74 Prozent. Das dritte Quartal 2018 erwies sich laut WGC mit 253,1 Tonnen als besonders stark und stellt einen Rekordwert dar, der so schnell nicht mehr eingeholt werden dürfte. So klärt sich auch das scheinbare Paradoxon des dritten Quartals 2019 auf: So hoch die Goldnachfrage seitens Zentralbanken auch war, im Vorjahresquartal war sie einfach noch höher.

12 Prozent mehr Goldnachfrage seitens Zentralbanken als im Vorjahr

Das Goldnachfragejahr 2019 braucht sich in seiner Gesamtheit vor dem Rekordjahr 2018 allerdings keineswegs zu verstecken: Mit einer Gesamtnachfrage von 547,5 Tonnen Gold bis Ende September haben Zentralbanken bislang sogar 12 Prozent mehr Goldreserven aufgebaut als im Vorjahreszeitraum. Spitzenreiter bei den Goldzukäufen waren im ersten Quartal Russland mit 55,3 Tonnen, im zweiten Quartal Polen mit 100 Tonnen (der größten Quartalsnachfrage einer einzelnen Zentralbank seit Indien mit 200 Tonnen im Jahr 2009) und im dritten Quartal die Türkei mit 71,4 Tonnen.

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