Gold: Neue Zweijahreshochs

Marktkommentar Michael Blumenroth – 17.06.2016

Wöchentlicher Marktbericht

Eindeutig im Fokus stand in dieser Woche das näher rückende Referendum über den Verbleib in der EU, welches am kommenden Donnerstag stattfinden wird. Sah es vor wenigen Wochen noch so aus, als könnte die Abstimmung eine so klare Sache werden wie die Meisterfrage in der Fußball-Bundesliga in den vergangenen Jahren, so hat sich dies nunmehr geändert. Lange Zeit hatten sowohl Umfrageresultate als auch die Wettquoten der britischen Buchmacher auf eine klare Mehrheit der Befürworter des Verbleibs Großbritanniens in der EU gedeutet. Dies änderte sich bereits Mitte vergangener Woche, als die ersten Umfragen eine Mehrheit der Befürworter des Austritts aus der EU meldeten. Seitdem prognostiziert die Mehrzahl der Umfrageinstitute eine Mehrheit für den sogenannten ‚Brexit‘; allerdings mit einem hohen Anteil unentschlossener Wähler.

Dies führte zu Fluchtbewegungen aus den Aktienmärkten hinaus. So gab z.B. der DAX innerhalb weniger Tage 7,5 Prozent nach. Gleichzeitig wurde vermehrt Sicherheit nachgefragt. Dies lässt sich zum Beispiel an den stark gestiegenen Kursen für den Yen, den Franken und Staatsanleihen von Ländern bester Bonität ablesen. So wurden ja auch zehnjährige Bundesanleihen stark nachgefragt, selbst wenn diese erstmals negativ rentierten; der Käufer also theoretisch Geld verliert, wenn er diese bis zum Ende der Laufzeit hält (Zeit, meine alten BWL und VWL-Bücher endgültig in den Altpapiercontainer zu werfen?).

Bei solch drastischen Fluchtbewegungen in sichere Anlagen hinein, konnte das Gold natürlich nicht unbeachtet bleiben. Dieses legte von 1.270 US$/Unze am Freitag vergangener Woche dann gestern auf ein neues Zweijahreshoch bei 1.315,50 US$/Unze zu. Hilfreich waren hierbei auch die Aussagen der US-Notenbankchefin Janet Yellen, die sich am Mittwoch nach der Sitzung der Fed  äußerst vorsichtig gerierte (das Wort ‚unsicher‘ tauschte elfmal in ihrer Pressekonferenz auf). Dies nahm der Markt zum Anlass, das Zinserhöhungspotential der US-Notenbank für dieses Jahr drastisch auszupreisen. Gestern Nachmittag gegen 16.30 Uhr herum kam es dann jedoch zu einer Erholung für Aktien, Pfund Sterling und risikobehaftete Anlagen. Grund hierfür waren neue Quotierungen britischer Buchmacher, die auf einen Stimmungsumschwung hin zu einem Verbleib Großbritanniens in der EU hindeuteten. So fiel Gold heute Nacht auf 1.277 US$/Unze zurück und erholte sich dann auf aktuelle 1.285 $/Unze.

Dies ist immer noch ein feiner Wochengewinn. Auch Xetra-Gold konnte im Wochenverlauf weiter zulegen, selbst wenn auch hier die Höchstkurse von gestern Mittag nicht gehalten werden konnten. Notierte dieses vergangene Woche um diese Zeit bei 36,00 €/Gramm, so stieg es gestern Nachmittag auf ein Wochenhoch bei ca. 38,00 €/Gramm an. Mit dem Rücksetzer der Goldpreise in US-Dollar gestern Abend und heute Nacht gab auch der Preis für Xetra-Gold einen Teil seiner Wochengewinne wieder ab; wird aber bei 36,75 €/Unze dennoch circa zwei Prozent über dem Niveau der Vorwoche umgesetzt.  
In den nächsten Tagen sollte weiterhin die Abstimmung in Großbritannien im Mittelpunkt des Marktgeschehens stehen. Am Freitag nächster Woche könnte es zu recht heftigen Marktbewegungen kommen. Sollte sich Großbritannien für den Verbleib in der EU entscheiden, könnte Gold kurzfristig nachgeben (Auflösung von sicheren-Hafen-Positionen), im umgekehrten Fall deutlich zulegen. Diese Preisbewegungen könnten allerdings dann auch nur recht kurzfristiger Natur sein. Prognosen darüber, wo Aktien, Währungen, Gold, etc. Ende nächster Woche stehen, ergäben kaum mehr Sinn, als eine Kristallkugel zu befragen…

Ein erholsames und unwetterfreies Wochenende wünsche ich Ihnen allen.

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