Wie aus Urban Mining Green Mining wird

Aktuelles Arnulf Hinkel, Finanzjournalist – 15.01.2021

Copyright Foto: Umicore
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Von 1970 bis 2015 hat sich die jährliche Fördermenge von Gold verdoppelt und bewegt sich seitdem auf diesem hohen Niveau – mit leicht steigender Tendenz. Dies ist jedoch nicht der einzige Grund, weshalb die Rückgewinnung des Edelmetalls immer wichtiger wird: Durch Recycling wird der ökologische Fußabdruck der Goldproduktion deutlich kleiner. Während das weitgehende Goldrecycling aus Altgold wie Schmuck, Münzen oder Rückständen aus der chemischen Industrie schon lange eine Selbstverständlichkeit ist, sind die Möglichkeiten der Goldrückgewinnung aus Elektroschrott noch lange nicht ausgeschöpft. Das könnte sich nun ändern.

Bakterien senken die CO2-Emissionen beim Urban Mining

Die Goldrückgewinnung aus alten Smartphones, PC-Platinen und schrottreifen KFZ ist deutlich umweltfreundlicher als der klassische Bergbau, auch wenn die Ausbeute gering scheint: Aus einer Tonne PC-Platinen lassen sich beispielsweise nur gut 100g Gold recyceln. Deshalb werden bislang nur etwa 15 Prozent des Goldes aus Elektroschrott zurückgewonnen. Obwohl in der Zwischenzeit auf Recycling spezialisierte Unternehmen wie Umicore ihre Prozesse auch hinsichtlich der CO2-Vermeidung optimiert haben, bleibt häufig der Energieverbrauch beim Urban Mining signifikant. Hier könnte das Bakterium „Cupriavidus metallidurans“ Abhilfe schaffen, das die Goldrückgewinnung aus Elektroschrott ganz ohne giftige Chemikalien und mit deutlich gesenktem CO2-Ausstoß ermöglicht. Grundlage dieses innovativen Recyclingansatzes sind Erkenntnisse aus der Untersuchung, wie in der Natur eigentlich Goldnuggets entstehen.

Von der Natur abgeschaut: Green Mining

Die hessischen Unternehmen Brain Biotechnology und die Cyplus GmbH, ein Spezialunternehmen für Bergbau-Chemikalien, haben das Urban Mining mittels Bakterien zur Marktreife gebracht. Bislang beschränkt sich der Einsatz allerdings auf Smartphones und PC-Platinen. Die Idee für das sogenannte Green Mining ist nicht ganz neu: Bereits 2010 setzte der finnische Bergbaukonzern Talvivaara Bakterien zum umweltschonenden Abbau von Nickel und Zink ein. Auch das Cupriavidus metallidurans eignet sich grundsätzlich dazu, die klassische Goldförderung in ein sogenanntes Biomining zu verwandeln.

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