US-Notenbank schickt Goldpreise auf Talfahrt

Marktkommentar Michael Blumenroth – 18.06.2021

Wöchentlicher Marktbericht

Eine Woche, welche für die Anhänger des edlen Metalls nicht allzu viel Freude bereithielt. Nachdem der Goldpreis schon zu Beginn der Woche etwas abbröckelte, ging er ab Mittwochabend richtig auf Talfahrt.

US-Notenbank ändert überraschend den Kurs

Verantwortlich hierfür war die US-Notenbank. Vertreter derselben hatten sich in den vergangenen Wochen immer wieder entspannt hinsichtlich der hohen Inflationsraten gezeigt und darauf hingewiesen, dass diese nur vorübergehend so hoch seien. Ebenso würden die Währungshüter eher ein Augenmerk auf den weiterhin weit von dem Vorpandemieniveau entfernten Arbeitsmarkt richten, was längerfristige geldpolitische Unterstützung erforderlich mache. Nach der Sitzung am Mittwoch war jedoch viel von Inflation und wenig vom Arbeitsmarkt die Rede. Die Währungshüter signalisierten ein möglicherweise früher beginnendes Auslaufen der aktuell sehr expansiven Geldpolitik, indem sie die ersten beiden Zinserhöhungen bereits für 2023 signalisierten. Sieben von 18 Mitgliedern des Offenmarktausschusses sehen sogar Potential für erste Zinserhöhungen in 2022.

Märkte reagieren deutlich

Die Märkte wurden von der recht forschen Ansage der US-Notenbank völlig überrascht und auf dem falschen Fuß erwischt. Die Kapitalmarktzinsen stiegen in einer ersten Reaktion deutlich, besonders im kurzfristigen Bereich. Dies hatte die stärkste Aufwärtsbewegung des US-Dollars binnen 24 Stunden, seit dem März 2020, zur Folge. Und das traf wiederum durch die Bank weg die Rohstoffe hart. Palladium gab gestern zeitweise mehr als elf Prozent nach, Kupfer und die übrigen Industriemetalle verloren deutlich, und auch Gold und Silber konnten sich dem Abwärtssog nicht entziehen. Der Goldpreis purzelte von 1.900 US$ pro Unze am vergangenen Freitagmorgen bis auf 1.860 am Mittwochnachmittag, vor der Notenbanksitzung. Der Rücksetzer im Nachgang der Sitzung ließ Gold bis auf 1.768 am gestrigen Nachmittag absacken. Es eroberte seitdem noch nicht die Marke von 1.800 zurück und notiert nun bei 1.793 US$ pro Unze.

Xetra-Gold verliert ebenfalls an Wert

Der Xetra-Gold-Preis verlor ebenfalls deutlich; leicht gedämpft durch den signifikant schwächeren Kurs des Euro zum US-Dollar. Während der üblichen Handelszeiten sank er von 50,10 € pro Gramm am vergangenen Freitag bis auf ein Wochentief bei 47,75 gestern Nachmittag. Er erholte sich dann wieder leicht und wurde zur Handelseröffnung heute bei 48,30 gehandelt.

Die Märkte werden noch einige Tage brauchen, um den „US-Notenbank-Schock“ zu verdauen. Der US-Dollar könnte kurzfristig weiter Rückenwind haben, was Erholungsversuche der Rohstoffnotierungen kurzfristig erschweren dürfte.

Allen Leserinnen und Lesern wünsche ich ein erholsames, nicht zu heißes Wochenende.

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