US-Notenbank bremst Gold erneut aus

Marktkommentar Michael Blumenroth – 04.11.2022

Wöchentlicher Marktbericht

Momentan bestimmen mal wieder die Notenbanken die Richtung, in welche die Märkte sich hinbewegen. Zuletzt hatten die Notenbanken Kanadas und Australiens begonnen, die Höhe ihrer Zinsschritte zu verkleinern und auch die EZB hatte in der vergangenen Woche die Botschaft an die Märkte gesendet, dass künftige Zinsschritte wahrscheinlich auch eher kleiner ausfallen würden. Genau dies hatte auch die US-Notenbank Fed verkündet, als sie am Mittwoch um 19 Uhr ihre Erklärung im Anschluss an die Sitzung veröffentlichte. Aber in der anschließenden Pressekonferenz schockte Fed-Gouverneur Jerome Powell einige Marktakteure, die dies als Signal für einen baldigen Stopp des Zinserhöhungszyklus gewertet hatten. Er betonte nämlich mehrfach, dass nun zwar die einzelnen Zinsschritte vermutlich kleiner ausfallen würden, dass allerdings die Märkte den finalen Zinssatz – an dem die Fed den Zinserhöhungszyklus vorerst beendet – momentan unterschätzen würden.

Steigende US-Renditen und fester Dollar

Mit anderen Worten, im Dezember ist die Wahrscheinlichkeit zwar deutlich gestiegen, dass die nächste Zinserhöhung nun nicht mehr 0,75, sondern nur noch 0,50 Prozentpunkte betragen wird. Hoffnungen einiger Marktteilnehmer, dass damit oder mit einer folgenden kleinen Zinserhöhung der Zyklus abgeschlossen sein werde, wurden aber deutlich gedämpft. Die Bewegung der Goldpreise zwischen der Veröffentlichung der Fed-Erklärung und dem Ende der Presskonferenz mit Jerome Powell zeigt deutlich an, woher momentan mal wieder Gegenwind für die Goldpreise weht. Unmittelbar nach dem Hinweis auf nun folgende kleinere Zinsschritte sprang Gold von rund 1.645 auf knapp 1.670 US$ je Unze. Während der Pressekonferenz fiel es zurück auf 1.638 und mit den anschließend weiter ansteigenden US-Renditen und dem festeren US-Dollar gaben die Preise weitere 20 US$ ab und markierten damit gleichzeitig den Tiefstkurs der vergangenen beiden Wochen.  

Erholung der Goldpreise heute Morgen

Notierte Gold am Freitag vergangener Woche nämlich morgens noch bei 1.621 US$ pro Unze und erzielte am 26. Oktober sein Zwei-Wochenhoch bei rund 1.675, hatte es im Vorfeld der Fed-Sitzung meist in Sichtweite der Marke von 1.650 gehandelt. Gestern Mittag rutschte es bis auf 1.617, erholte sich seitdem aber ordentlich und notiert heute Morgen um kurz vor acht Uhr bei rund 1648. Ein fundamentaler Grund für die starke Aufwärtsbewegung heute Morgen ist nicht offensichtlich – vielleicht profitieren die Preise von den hochkochenden Spekulationen auf ein zeitnahes Ende der Null-Covid-Politik in China, was das physische Geschäft und die dortige Wirtschaft stützen könnte.

Der Xetra-Gold-Preis zeigte über die vergangenen Tage während der üblichen Handelszeiten geringere Ausschläge, da die Fed-Sitzung ja nach Handelsschluss hierzulande stattfand. Handelte Xetra-Gold am Freitag vorvergangener Woche morgens noch bei 53,40 € pro Gramm, markierte dies bereits ungefähr die Mitte der Handelsspanne von 54,05 und 52,95 innerhalb derer Xetra-Gold in den vergangenen beiden Wochen gehandelt wurde. Auch der Kurs des Euro zum US-Dollar scheint sich momentan schließlich etwas zwischen 0,97 und 1,00 einzupendeln. Heute Morgen dürfte Xetra-Gold aufgrund der nächtlichen Aufwärtsbewegung bei rund 54,15 € je Gramm in den Handel starten.

Wichtig für die Marktentwicklung sollten die US-Inflationsdaten sein, die am kommenden Donnerstag veröffentlicht werden.

Allen Leserinnen und Lesern wünsche ich ein erholsames, nicht allzu graues November- Wochenende.

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