US-Inflationsdaten wirbeln die Märkte durcheinander

Marktkommentar Michael Blumenroth – 17.11.2023

Wöchentlicher Marktbericht

Nach einigen nahezu lethargischen Tagen ging es an den Finanzmärkten im Wochenverlauf dann doch schließlich zur Sache. Auslöser waren die Inflationsdaten aus den USA für den Monat Oktober. Die Verbraucherpreise stiegen im Vergleich zum Vorjahresmonat um 0,1 Prozentpunkte geringer als von Analysten im Schnitt erwartet. Gleiches gilt auch für die Kernrate, die Energie- und Lebensmittelpreise ausklammert.

Renditen von Treasuries fallen

Dies ist zwar keineswegs eine riesige Abweichung von den Prognosen. Allerdings hatten anscheinend viele Marktakteure insgeheim mit einer höheren Rate gerechnet. Zudem passt es ins Narrativ der vergangenen Tage, nämlich, dass der Zinserhöhungszyklus der US-Notenbank Fed nunmehr beendet sei. Unmittelbar im Anschluss an die Inflationsdaten wurde an den Märkten gar eingepreist, dass es bereits ab März 2024 mit 30-prozentiger Wahrscheinlichkeit zu ersten Leitzinssenkungen in den USA kommen könnte. Infolgedessen fielen die Renditen der zwei- und zehnjährigen US-Staatsanleihen am Dienstag um rund 0,20 Prozentpunkte, was wiederum zur Folge hatte, dass der US-Dollar ebenfalls unter Druck geriet. Der Euro wertete zum Greenback fast auf die Marke von 1,09 auf. 

Am Mittwoch kam es zu einer moderaten Gegenbewegung, bevor am gestrigen Donnerstag aufkeimende Konjunktursorgen erneut für starken Druck auf die Ölpreise sorgten. Niedrigere Ölpreise könnten mittelfristig niedrigere Inflationsraten bedeuten, weshalb die Renditen der Staatsanleihen erneut nachgaben. Auch der US-Dollar zeigte Schwäche, die Goldpreise hingegen profitierten. 

Gold in US-Dollar behauptet sich

Am Freitag vergangener Woche notierte Gold morgens bei 1.957 US$ pro Unze. Nach einem Rücksetzer auf 1.931 am Montag erhielten die Preise aufgrund der o.a. US-Inflationsdaten starken Rückenwind. Am Dienstag ging es aufwärts bis auf 1.970, am gestrigen Donnerstag gar auf 1.988. Zum Tagesende gestern notierte Gold bei 1.981 US$ je Unze. 

Starker Euro bremst Xetra-Gold

Der Preis für Xetra-Gold wurde durch den robusten Anstieg des Euros zum US-Dollar ausgebremst. Während der üblichen Handelszeiten handelte es am Freitag vergangener Woche noch bei 59,00 € pro Gramm. Der nach den US-Inflationsdaten stärkere Kurs des Euros sorgte dafür, dass der Xetra-Goldpreis um 58,00 im Wochentief notierte. Hier gab es dann aber auch eine Erholung der Notierungen, sodass diese den gestrigen Tag bei 58,80 beendeten.
Sollte der Druck auf die Renditen anhalten, könnten die Goldpreise davon auch in den kommenden Tagen profitieren. Mittelfristig besteht mit großer Wahrscheinlichkeit weiteres Aufwärtspotenzial, sobald sich die Geldpolitik der Fed weniger restriktiv gestaltet.  

Allen Leserinnen und Lesern wünsche ich – trotz des trüben November-Wetters – ein erholsames Wochenende.
 

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