US-Inflationsdaten kurzzeitig ein Bremsklotz

Marktkommentar Michael Blumenroth – 14.03.2024

Wöchentlicher Marktbericht

Bis zum Ende vergangener Woche setzten die Goldpreise ihre Rekordjagd ungebremst fort. Relativ spektakulär war insbesondere der Anstieg der Notierungen am vergangenen Freitag nach den US-Arbeitsmarktdaten. Der ursprünglich gemeldete Anstieg der Anzahl der Arbeitnehmer für den Dezember und Januar wurde spürbar nach unten revidiert, die Arbeitslosenquote stieg unerwartet und die Löhne und Gehälter kletterten weniger aufwärts als im Analystenkonsens erwartet.

Goldpreis auf neuem Rekordhoch

Die leichte Abkühlung am US-Arbeitsmarkt hatte zur Folge, dass die Marktakteure zeitnahen Zinssenkungen der Fed eine erhöhte Wahrscheinlichkeit beimaßen, woraufhin auch die Kapital-marktzinsen der US-Staatsanleihen auf dem Rückzug waren. Dies hatte einen Sprung der Goldpreise um zeitweise mehr als 35 US$ je Unze auf das neue Allzeithoch bei 2.195 US$ pro Unze zur Folge. Auch in vielen anderen Währungen, inklusive dem Euro, wurde ein Rekordhoch erzielt.

Zu Beginn der neuen Woche agierten die Marktteilnehmer eher vorsichtig, da am Dienstag die für die Geldpolitik der Fed wichtigen US-Verbraucherpreisdaten für den Februar veröffentlicht wurden. Diese fielen etwas höher aus als erwartet, was für eine Gegenbewegung an den Märkten zu der vom Freitag nach den Arbeitsmarktdaten sorgte: Die Marktakteure preisten Leitzinssenkungen in den USA nun vorsichtiger ein, die Renditen stiegen, die Goldpreise sanken.  

Preisschwankungen im Wochenverlauf

Dennoch halten diese sich weiter auf einem sehr hohen Niveau: Am Donnerstag vergangener Woche wurde das edle Metall morgens noch bei 2.156 US$ pro Unze gehandelt. Nach einem Donnerstag mit Seitwärtshandel sprangen die Goldpreise wie oben erwähnt aufgrund der gemischt ausgefallenen US-Arbeitsmarktdaten auf das Rekordniveau von 2.195 US$. Nach den US-Inflationsdaten stürzten die Notierungen kurzzeitig relativ moderat auf rund 2.150 ab, bevor sie sich aber gestern bereits wieder bis auf etwa 2.175 erholten – trotz weiter steigender Renditen. Somit starten wir in den europäischen Handel am heutigen Donnerstag mit 2.169 US$ je Unze etwas höher als in der vergangenen Woche.

Auch der Xetra-Gold-Preis schnupperte Höhenluft in Bereichen, in die er bis dato noch nicht vorgedrungen war: Von bereits sehr hohen 63,50 € je Gramm am Donnerstagmorgen vergangener Woche kletterte er während der üblichen Handelszeiten auf ein neues Allzeithoch bei 64,30 am Montagnachmittag. Die US-Inflationsdaten hatten auch hier einen Rücksetzer auf 63,45 zur Folge. Heute Morgen könnte Xetra-Gold bei etwa 63,75 € pro Gramm in den Tag starten.

In der kommenden Woche tagen insgesamt fast 20 Notenbanken, wobei die wenigsten Änderungen in der Geldpolitik vornehmen dürften. Allerdings dürften insbesondere die Prognosen der US-Notenbank bezüglich ihrer künftigen Geldpolitik marktbewegendes Potenzial aufweisen. Den Mittwochabend sollte man sich also ruhig im Kalender notieren. Möglicherweise haben sich die Goldpreise nun erstmal eine Ruhepause vor einem erneuten Gipfelsturm verdient.

Allen Leserinnen und Lesern wünsche ich ein erholsames, güldenes Wochenende.

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