Starker US-Dollar und Rezessionsängste

Marktkommentar Michael Blumenroth – 08.07.2022

Wöchentlicher Marktbericht

Einen eher suboptimalen Start in das zweite Halbjahr durchlitten nicht nur (vorübergehend) die Aktieninvestoren. Besonders an den Rohstoffmärkten waren teils herbe Rückschläge auf Niveaus, die zuletzt zu Beginn der Corona-Pandemie aufgerufen worden waren (Kupfer) oder unter die 100 US$-Marke je Barrel (sowohl Brent- als auch WTI-Öl), zu verzeichnen gewesen. Gleichzeitig fielen die Kapitalmarktzinsen deutlich, während viele Währungen wie auch der Euro zum US-Dollar auf 20-Jahres-Tiefs nachgaben.

Die Kausalkette ist hier, dass die Notenbanken aufgrund der anhaltend hohen Inflationsraten weiterhin mit robusten Leitzinserhöhungen reagieren müssen. Diese Zinserhöhungen könnten die ohnehin recht fragile Konjunktur rund um den Globus ausbremsen. China hat vielleicht noch nicht endgültig den Weg aus Zero-Covid gefunden, für die USA erwarten viele Analysten spätestens 2023 eine Rezession, und für Mitteleuropa sehen viele Marktbeobachter das Potenzial einer Energiekrise, falls in den kommenden Monaten die Erdgasversorgung unterbrochen werden sollte.

Rezessionsangst belastet Goldpreis

Hohe Inflationsraten sprechen zwar weiterhin für Gold – ebenso die geopolitischen Spannungen. Allerdings scheinen viele Marktakteure in dieser Woche Rohstoff-Positionen aufgrund der Rezessionsbefürchtungen – „koste es, was es wolle“ – aufgelöst zu haben, worunter auch das Gold litt. Zudem bremste die deutliche Aufwertung des US-Dollars die Goldpreise in USD betrachtet aus.

Gold notierte am Freitag vergangener Woche morgens bei 1.798 US$ pro Unze. Von Freitagnachmittag hielt es sich bis Mittwochmorgen bei rund 1.810. Nachdem die US-Amerikaner aus ihrem Feiertagswochenende zurückkehrten, stürzten die Rohstoff- und Goldpreise regelrecht ab. Es ging talwärts bis auf 1.732 am Mittwochnachmittag. Gestern erholten sich die Rohstoffe und die Risikofreude wieder etwas, weshalb Gold heute Morgen um 7 Uhr bei 1.742 US$ je Unze notiert.

Xetra-Gold: schwacher Euro dämpft Verluste

Der Xetra-Gold-Preis wurde während der üblichen Handelszeiten von dem deutlich schwächeren Kurs des Euro gestützt. Handelte Xetra-Gold am Freitag morgens noch bei 55,20 € pro Gramm, stieg es zunächst aufgrund des schwachen Euro bis auf 56,40 am Dienstagnachmittag. Der Kurssturz der Goldpreise in US-Dollar machte sich dann jedoch auch hier bemerkbar. Der Xetra-Gold-Preis sank bis auf 54,80 € pro Gramm. Heute Morgen dürfte Xetra-Gold (Stand 7.00 Uhr) etwas fester bei 55,15 notieren.

Die Rezessionsängste könnten noch eine Weile anhalten, ebenso die hohe Volatilität an den Märkten. Die Goldpreise könnten kurzfristig unter Druck bleiben und möglicherweise eher mittelfristig reüssieren. Heute Nachmittag werden sich die Marktteilnehmer auf die US-Arbeitsmarktdaten fokussieren.

Allen Leserinnen und Lesern wünsche ich ein sonniges, schönes Wochenende.

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