Neue Höchststände des US-Dollar und der US-Renditen drücken Gold unter die 1.300 $/Unze - Marke

Marktkommentar Michael Blumenroth – 18.05.2018

Wöchentlicher Marktbericht

Wie schon in den vergangenen Wochen blies dem Goldpreis heftiger Gegenwind entgegen. So konnten die Renditen / Marktzinsen der zehnjährigen US-Staatsanleihen schlussendlich nun doch nachhaltig die Marke von 3 Prozent überspringen. Heute Morgen wurde mit 3,12 Prozent ein Niveau erreicht, das letztmals vor sieben Jahren in dieser Höhe gepreist wurde. Die Renditen zweijähriger US-Staatsanleihen kletterten gar auf ein Zehnjahreshoch. Einige Großanleger könnten nun versucht sein, Anlagegeldern aus nicht zinsbringenden Investments in US-Anleihen umzuschichten. Es gibt aktuell kein anderes Land aus der Gruppe der G10-Industriestaaten, welches so hohe Zinsen für Staatsanleihen bietet wie die USA. 

Dieser Anstieg der Marktzinsen in den USA hielt den Goldpreis ebenso im Zaum wie der weitere Vormarsch des US-Dollar auf neue Jahreshöchststände gegen nahezu jede andere Währung. Dies verteuert Gold für Nachfrager außerhalb der USA weiter und könnte so auf der Nachfrage lasten.

Steigt dafür die Goldnachfrag in Ländern mit schwacher Währung?

Interessant wird zu beobachten sein, ob in Ländern, deren Währungen momentan nahezu täglich auf neue Allzeittiefs zum US-Dollar fallen, wie Argentinien oder der Türkei, eine höhere Nachfrage nach Gold zu beobachten sein wird. Schließlich verspräche Gold ähnlich wie der US-Dollar selbst einen gewissen Schutz gegen den Verfall der heimatlichen Währung. Im ersten Quartal waren zumindest starke Ankäufe der Notenbanken Russlands und der Türkei zu beobachten.

Die Goldpreisentwicklung in US-Dollar und Euro

Wie auch immer, aktuell ist der Goldpreis wegen der höheren Zinsen in den USA und des festen US-Dollar etwas unter Druck. So handelte Gold am Freitagmorgen vergangener Woche noch bei 1.320 $/Unze und am Freitagnachmittag sogar bei 1.326 $/Unze. Nachdem der US-Dollar seine Rekordjagd an den Devisenmärkten wieder aufgenommen hatte, fiel Gold dann am Dienstag erstmals in diesem Jahr unter die Marke von 1.300 $/Unze. Das Wochentief wurde bis dato bei 1.285,50 $/Unze gestern Nachmittag markiert. Mit aktuellen 1.290 $/Unze handeln wir aktuell somit weiter ein Stück unter der Marke von 1.300 $/Unze. 

Gegen Euro betrachtet handelt der Goldpreis – nachdem er vergangene Woche noch neue Jahreshochs erreicht hatte - somit auch leichter. Hier wurde der Fall des Goldpreises aber partiell vom schwachen Euro kompensiert. Von 35,60 €/Gramm am vergangenen Freitag bzw. 35,70 €/Gramm im Tageshoch setzte der Xetra-Goldpreis bis auf 35,05 €/Gramm gestern Vormittag zurück. Heute Morgen notiert es vor der Börseneröffnung rechnerisch aktuell bei 35,10 €/Gramm.

Keine dramatische Änderung in Sicht 

In den nächsten Tagen wird der Goldpreis in seine Richtungssuche voraussichtlich weiter die Entwicklung des US-Dollar und der Renditen im Auge behalten. Eventuell auch den Handelskonflikt zwischen den USA und China. Die Regierungsbildung in Italien könnte die Kurspotentiale für den Euro weiter eher begrenzen.

Allen Leserinnen und Lesern wünsche ich ein erholsames Pfingst-Wochenende – und eventuell sogar schöne Ferien. 

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