Inflation ist das beherrschende Thema an den Märkten

Marktkommentar Michael Blumenroth – 14.05.2021

Wöchentlicher Marktbericht

Eindeutig im Fokus der Marktbeobachter stehen momentan die Inflationssorgen, die aufgrund steigender Rohstoffpreise, billionenschwerer Fiskalhilfen und einem ungeachtet dessen weiterhin sehr niedrigen Zinsniveaus durch die Märkte spuken.

Nahrung bekamen die Diskussionen durch Daten für den Monat April aus den USA, die am Mittwoch und Donnerstag dieser Woche veröffentlicht wurden. Der Verbraucherpreisindex stieg im Vergleich zum Vorjahresmonat um 4,2 Prozent, und damit so deutlich wie seit 2008 nicht mehr. Der Erzeugerpreisindex kletterte gar 6,2 Prozent aufwärts, die stärkste Bewegung gen Norden seit September 2011. Zwar ist ein Teil der Preissteigerungen darauf zurückzuführen, dass die Energiepreise im April 2020 ihren Tiefpunkt erreichten, und somit die Ausgangsbasis für den Vorjahresvergleich sehr niedrig ist. Was allerdings die Sorgenfalten derjenigen, die sich bei steigenden Inflationsraten unwohl fühlen, verstärken dürfte, ist, dass auch die jeweiligen Kernraten, die Energie- und Lebensmittelpreise ausschließen, mit 3,0 bzw. 4,1 Prozent deutlich stärker anstiegen als prognostiziert.

Anstieg der Inflationsraten nur vorübergehend?

Die Gretchenfrage für die Märkte ist nun: Sind die starken Preisveränderungen nur vorübergehend oder müssen wir uns auf einen dauerhaften Verbleib ungewohnt hoher Inflationsraten einstellen? Die US-Notenbank und auch die Europäische Zentralbank werden nicht müde, darauf hinzuweisen, dass sie nur einen vorübergehenden Anstieg der Inflationsraten erwarten, der zum Jahresende hin auslaufen sollte. Schauen wir mal.

Die Märkte sind sich in diesem Punkt nämlich uneinig. Nach den US-Verbraucherpreisdaten stiegen die Renditen langlaufender Staatsanleihen recht deutlich an, und dies nicht nur in den USA. Die Rendite der zehnjährigen Bundestitel kletterte zeitweise auf ein Zwei-Jahres-Hoch von -0,096 Prozent. Ihre italienischen Pendants rentierten mit 1,055 Prozent so hoch wie zuletzt vor acht Monaten. Aufgrund der Tatsache, dass die Renditen auch in der Eurozone anstiegen, hielten sich die Kursgewinne des US-Dollars in Grenzen.

Goldpreis fast unverändert

Der Goldpreis handelt nun im Spannungsfeld steigender Inflationserwartungen, was tendenziell stützt, und potentiell steigender Kapitalmarktzinsen, die Gegenwind für die Goldpreise bedeuten.

In dieser Gemengelage veränderte sich der Goldpreis in dieser Woche nicht dramatisch. Er stieg von 1.820 US$ pro Unze am vergangenen Freitagmorgen bis auf 1.845 gleich am Montagnachmittag. Mit den steigenden Kapitalmarktzinsen in den USA sank er bis gestern Mittag auf 1.809. Als die Renditen nachgaben, gewann Gold wieder hinzu und notiert heute Morgen bei 1.828.

Der Xetra-Gold-Preis gewann ebenfalls geringfügig hinzu. Während der üblichen Handelszeiten stieg er zunächst von 48,50 € pro Gramm am vergangenen Freitag bis auf ein Wochenhoch bei 48,80, setzte dann aber aufgrund des festeren Euro bis auf 48,10 zurück. Zur Handelseröffnung heute sollte Xetra-Gold ungefähr bei 48,60 € pro Gramm gehandelt werden.

Heute gibt es noch Daten zum Einzelhandelsumsatz aus den USA. Viele Investoren blicken momentan auch auf die Preise von Rohstoffen wie Eisenerz, das heute Morgen deutlich nachgibt, und Kupfer, um daraus Hinweise auf mögliche Inflationsherde abzuleiten.

Allen Leserinnen und Lesern wünsche ich ein erholsames Wochenende.

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