Goldzukäufe der Zentralbanken auf höchstem Stand seit 1971

16.08.2019 - Aktuelles

von Arnulf Hinkel, Finanzjournalist

Aus heutiger Sicht scheint es erstaunlich, dass Zentralbanken bis 2000 über viele Jahre hinweg Nettoverkäufer von Gold waren und deshalb 1999 ein (inzwischen auslaufendes) Abkommen zur Limitierung von Goldverkäufen europäischer Notenbanken zur Stabilisierung des Goldpreises getroffen wurde. Spätestens mit der Finanzkrise 2008 hat sich nicht nur bei europäischen, sondern bei Zentralbanken weltweit die Einstellung zum Gold grundlegend geändert. Dies ist jedoch nicht der alleinige Grund, dass Zentralbanken ihre Goldreserven ausbauen. Auch die Währungsreservepolitik hat sich gewandelt: Der US-Dollar ist zwar nach wie vor Weltleitwährung, jedoch setzen immer mehr Zentralbanken auf eine stärkere Diversifikation ihrer Reserven zugunsten anderer Währungen wie Euro, Yuan, Yen und auch Gold. Nach Angaben des Internationalen Währungsfonds IWF hat sich der US-Dollar-Anteil an den weltweiten Währungsreserven von 2016 bis Ende 2018 um 3,7 Prozent verringert, seit 2000 ist der US-Dollar-Anteil von 72 auf 61,7 Prozent gesunken.

Rekordjahr 2018 mit einem Zuwachs von 74 Prozent

Laut einem aktuellen Beitrag1 der Ökonomin Isabelle Strauss-Kahn in der Online-Fachpublikation "Gold Investor" haben Zentralbanken im letzten Jahr ihre Goldreserven um 74 Prozent im Vergleich zu 2017 ausgebaut, der höchsten Zuwachsrate seit 1971. Rekordkäufer 2018 war die russische Zentralbank, die ihre Goldreserven um 275 Tonnen erhöhte. Bislang zeigt sich in Bezug auf Gold auch 2019 keine Änderung im Anlageverhalten der Zentralbanken: Bereits in den ersten zwei Monaten dieses Jahres tätigten nach Angaben des World Gold Council die Notenbanken weltweit die stärksten Goldzukäufe seit Beginn der Finanzkrise. Im 2. Quartal 2019 erhöhten sich die Goldreserven noch einmal um 47 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

Gedämpfte Konjunkturerwartungen und Rezessionsängste bestärken Interesse an Gold

Nach Ansicht von Isabelle Strauss-Kahn sind es nicht nur die geopolitischen Spannungen und Risiken, die dazu führen, dass Zentralbanken wieder verstärkt auf den intrinsischen Wert von Gold als globale, harte Währung setzen. Auch die gesunkenen Wachstumsprognosen tragen wesentlich dazu bei. Der IWF sieht das Wirtschaftswachstum 2019 in der Eurozone bei 1,6 Prozent (1,5 Prozent für 2020), bei den Industrienationen insgesamt bei 1,8 Prozent (1,7 Prozent für 2020) und bei den Wachstumsmärkten bei 4,4 Prozent (4,8 Prozent für 2020). Der IWF betont aber, dass diese Konjunkturwerte durch den US-chinesischen Handelskonflikt und die ungelöste Brexit-Frage unter Druck geraten könnten.

1 Isabelle Strauss-Kahn: "Central banks return to gold", erschienen am 19 Juli 2019 in "Gold Investor" auf Goldhub.com

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