Goldpreise recht stabil

Marktkommentar Michael Blumenroth – 04.03.2022

Wöchentlicher Marktbericht

Die bedrückenden Ereignisse in der Ukraine lassen den Blick auf die Märkte eher zweitrangig erscheinen, obgleich sie auch dort große Schatten werfen. Im Fokus des Interesses stehen dabei die sehr ausgeprägten Kurssprünge bei den Energierohstoffen. Die Ölsorten Brent und WTI wurden mit Preisen von mehr als 118 bzw. 115 US$ je Barrel so teuer gehandelt wie zuletzt 2008. Der Erdgaskontrakt an der niederländischen Title Transfer Facility (TTF) wurde mit exakt 199,99 € je Megawattstunde (MWh) gestern so teuer wie nie zuvor umgesetzt – vor einem Jahr handelte das Erdgas noch bei 15 €/MWh.

Hohe Volatilität der Energierohstoffe belastet Märkte

Unter den enormen Preisschwankungen und -sprüngen bei den Energierohstoffen leiden europäische Länder am meisten (schließlich sind die USA mittlerweile Öl-Exporteur). Sowohl die europäischen Aktienindizes als auch der Euro gaben im Verlauf der Woche ein ganzes Stück nach. Die Renditen der Staatsanleihen kamen von ihrem jüngsten Höhenflug ebenfalls deutlich zurück.

Welche Relevanz haben russische Goldreserven?

Einerseits profitierte der Goldpreis von der ansteigenden Risikoaversion und den niedrigeren Kapitalmarktzinsen. Andererseits lastete der starke US-Dollar auf den Notierungen. Eine Frage, die an den Märkten durchaus diskutiert wird, ist, inwiefern ein Teil der Goldreserven der russischen Notenbank, die mutmaßlich einen Gegenwert von 132 Mrd. US$ haben sollen, verkauft werden könnte, was die Preise unter Druck setzen dürfte. Da die Reserven aber in Russland selbst liegen sollen, und somit ein Verkauf kurzfristig kaum möglich wäre, ist dieses Thema momentan an den Märkten nicht mehr relevant. Verglichen mit anderen Rohstoffen waren die Kursschwankungen des edlen Metalls in dieser Woche moderat.

Gold in US-Dollar und Euro mit leichtem Wochengewinn

Die Goldpreise notierten am vergangenen Freitagmorgen bei 1.915 US$ pro Unze. Am Freitagnachmittag, als der Risikoappetit an den Märkten noch ausgeprägter war, sanken sie auf das Wochentief bei 1.883. Mit der leider zunehmenden Eskalation der kriegerischen Auseinandersetzungen in der Ukraine stieg der Goldpreis bis auf 1.950 am Mittwochabend. Aufgrund der am Donnerstag wieder ansteigenden Kapitalmarktzinsen und der Stärke des US-Dollars setzte Gold danach wieder auf 1.935 zurück. Nach Meldungen über den Brand in einem ukrainischen Atomkraftwerk infolge russischer Angriffe sprang der Goldpreis kurzfristig auf 1.951 heute Nacht. Heute Morgen wird Gold bei 1.937 umgesetzt.

Der Xetra-Gold-Preis legte im Wochenvergleich während der üblichen Handelsstunden ebenfalls zu. Notierte Xetra-Gold Ende vergangener Woche noch bei 55,00 € pro Gramm bzw. am Freitagnachmittag bei 53,85, stieg es Donnerstagmorgen bis auf 56,50. Zum Handelsstart heute dürfte Xetra-Gold noch etwas höher bei etwa 56,60 handeln.

Die geopolitische Lage bestimmt die Richtung, die die Märkte einschlagen. Die heute zur Veröffentlichung anstehenden US-Arbeitsmarktdaten dürften eher als Randnotiz wahrgenommen werden.   

Allen Leserinnen und Lesern wünsche ich ein friedvolles Wochenende.

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