Goldpreise nach erneutem Rücksetzer im Wochenverlauf leicht erholt

06.07.2018 - Marktkommentar

von Michael Blumenroth

Wöchentlicher Marktbericht

Nachdem sich die hiesige Fußball-Nationalmannschaft ja so früh wie niemals zuvor aus einem Weltmeisterschaftsturnier verabschiedet hat, schienen sich die Goldpreise an dieser dürftigen Darstellung ein schlechtes Beispiel genommen zu haben.

Verantwortlich hierfür war zum einen die neuerliche Stärke des US-Dollar gegen einige Schwellenländerwährungen. Und zum anderen der schwelende Handelskonflikt zwischen den USA und China und den USA und Europa, der auf vielen Rohstoffpreisen lastete – in der Erwartung, dass diese nicht mehr in derzeitigem Masse gebraucht werden, wenn erst einmal Handelsbarrieren errichtet sein werden. Besonders deutlich lässt sich dies am Preis für Kupfer ablesen, der auf ein neues  Zehn-Monats-Tief abgerutscht ist. Auch Platin gehört zum illustren Kreis der Metalle, die in den letzten Tagen stark unter Druck gekommen sind.

Wie reagiert das Edelmetall auf den Handelskonflikt?

Mit der heutigen Einführung von Zöllen auf aus China in die USA exportierte Güter und der Gegenreaktion aus China gewinnt der Handelskonflikt nun etwas an Fahrt. Fraglich bleibt, wie die Goldpreise darauf weiter reagieren. Am Freitag vor zwei Wochen wurde Gold noch bei  1.270 $/Unze umgesetzt. Danach ging es allerdings für die Goldpreise mit Ausnahme einer kleinen Zwischenerholung recht kontinuierlich bergab. So purzelte es aus o.a. Gründen talwärts bis auf 1.238 $/Unze am Dienstag dieser Woche. Dies war der tiefste Goldpreis der vergangenen sechs Monate. Hie war es dann aber scheinbar für die Schnäppchenjäger billig genug, so dass der Goldpreis sich gestern bis auf 1.261 $/Unze erholen konnte. Beim Schreiben dieser Zeilen handelt er um die 1.257 $/Unze herum.

Zinspolitik bleibt wichtiger Faktor

Der Euro/US-Dollar-Kurs scheint momentan in einer relativ engen Handelsspanne zwischen 1,15 und 1,18 festzuhängen. Hier achten wir weiter auf die Signale der Notenbanken, was deren Zinspolitik anbelangt. Und generell gehen die Märkte scheinbar davon aus, dass eine weitere Eskalation im Handelskonflikt eher den USA schaden würde.

Gold in Euro leicht über Jahrestief

Gegen Euro betrachtet zeigt sich für den Goldpreis ein ähnliches Chartbild. Auch hier ging es zunächst talwärts, bevor denn doch eine leichte Erholung stattfand. In Euro pro Gramm umgerechnet bedeutet dies nämlich, dass der Xetra-Goldpreis von 35,10 €/Gramm am  Freitagmorgen vor zwei Wochen bis auf 34,30 €/Gramm am Dienstagmorgen dieser Woche nachgab. Am Mittwoch stieg er dann allerdings wieder bis auf 34,75 €/Gramm an. Rechnerisch müsste der Preis nun vor dem freitäglichen Handelsbeginn bei 34,55 €/Gramm stehen. Somit hielten sich die Preise zumindest marginal über dem Jahrestief bei 34,25 €/Gramm vom 20. März.

Heute gibt es neben den oben erwähnten neuen Zöllen auch noch die US-Arbeitsmarktdaten. In den kommenden Tagen werden uns Neuigkeiten zum Handelskonflikt weiter beschäftigen, ebenso wie die anstehenden Inflationsdaten aus den USA und möglicherweise aus geopolitischer Sicht auch der NATO-Gipfel Ende kommender Woche. 

Allen Leserinnen und Lesern wünsche ich ein erholsames, sommerliches WM-Wochenende. 

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