Goldpreise geben trotz Turbulenzen an den Aktienbörsen nach

09.02.2018 - Marktkommentar

von Michael Bölumenroth

Wöchentlicher Marktbericht

Die bisherigen Handelstage dieser Woche werden Aktienanleger in schlechter Erinnerung behalten. Nachdem am vergangenen Freitag aus den USA die Arbeitsmarktdaten inklusive der Daten zu den höchsten durchschnittlichen  jährlichen Gehaltssteigerungen in den USA seit der Finanzkrise gemeldet wurden, setzte am Montag der ISM-Index der Dienstleistungen mit Daten, die weit über den höchsten Erwartungen der Analysten lagen, noch einen drauf. Dies sorgte für steigende Renditen (Marktzinsen) an den Märkten für Staatsanleihen weltweit. Besondere Beachtung fand das Vierjahreshoch der zehnjährigen US-Treasuries, welches am Montag und Donnerstag mit 2,88 Prozent erzielt wurde. Gestern verschreckte die Bank of England die Anleger zusätzlich, indem sie eine „härtere Gangart“ bei zukünftigen Zinserhöhungen ankündigte.

Aktienmärkte brechen ein, doch Gold zeigt sich nicht als Gewinner

In der Folge drückten die Investoren an den Aktienmärkten den Panikknopf. Der Dow Jones Index setzte von seinen erst Ende Januar erzielten Höchstständen nun mehr als zehn Prozent zurück. Auch S&P500,  der Nasdaq und die europäischen Aktienindizes gaben deutlich nach. Gesucht waren unterdessen die sicheren Häfen namens Schweizer Franken und Yen. Etwas verwunderlich erscheint, dass der Goldpreis nicht von dem Tohuwabohu an den Märkten profitieren konnte.

Hierfür gibt es einige Gründe. Zum einen setzt die Furcht vor höheren Zinsen weltweit auch dem – nicht zinsbringenden Investment – Gold zu. Zudem befestigte sich der US-Dollar im Wochenverlauf deutlich. Und dies gerade gegen Währungen der goldproduzierenden Länder. Und gegen den chinesischen Yuan, die Währung des Landes, das die höchste Goldnachfrage weltweit ausübt. 

Und zu guter Letzt: In Zeiten beginnender Turbulenzen an den Aktienmärkten neigen besonders Großinvestoren dazu, ihre Positionen auf allen Märkten erst einmal so weit wie möglich und ohne Rücksicht auf Verluste zu schließen. So war es auch damals 2008, als Gold zuerst an Wert verlor, bevor es den Weg aufwärts einschlug.

Gold in Euro nicht ganz so schwach wie in Dollar

Handelte Gold am Freitagmorgen vergangene Woche noch bei 1.349 US$/Unze, so konnte er sich bis zum Dienstagmorgen noch relativ gut bei 1.345 US$/Unze halten. Hier überwog wohl noch der “sichere Hafen – Effekt“. Daran anschließend ging es jedoch bis gestern Nachmittag recht kontinuierlich abwärts bis auf 1.307,50 US$/Unze. Heute Nacht stieg der Goldpreis nach den Turbulenzen an den New Yorker Aktienbörsen noch einmal an – und zwar bis auf 1.322 US$/Unze. Aktuell handeln wir etwas tiefer bei 1.315 US$/Unze.

Gegen Euro betrachtet gibt der Goldpreis auch etwas nach, wobei der Richtung 1,22 fallende US-Dollar den Preissturz in Relation zum Goldpreis gegen US-Dollar etwas abfederte. Von 34,65 €/Gramm am vergangenen Freitag rückte der Xetra-Goldpreis erst bis auf 34,90 €/Gramm am Dienstag vor, bevor er dann auf 34,40 €/Gramm zurücksetzte. Der Xetra-Goldpreis notiert nun aktuell bei 34,45 €/Gramm.

Die Märkte werden sicherlich in den nächsten Tagen weiterhin ein Auge auf die Entwicklungen an den Zinsmärkten werfen. Es ist momentan deshalb schwer, einen nachhaltigen Trend für die Goldpreise vorhersagen zu können. Vielleicht sollte man erst einmal die närrischen Tage genießen (hier kommt der Rheinländer raus). Allen Leserinnen und Lesern wünsche ich ein erholsames und schönes Karnevals- bzw. Faschings Wochenende. 

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