Goldpreis scheitert erneut an charttechnischem Widerstand

Wöchentlicher Marktbericht

Meine Anwesenheit auf der in diesen Tagen stattfindenden Invest-Messe in Stuttgart lässt mich diesmal schon donnerstags zur Feder greifen.

Fast hätte ich ein neues Jahreshoch in Gold verkünden können. Aber der charttechnische Widerstand (von dem ich per se nicht unbedingt immer viel halte) scheint aktuell eine harte Nuss zu sein: Der Stand von 1.365 $/Unze, an dem das Gold in den vergangenen Monaten schon mehrmals gescheitert war, bremste das edelste aller Metalle auch diesmal wieder aus.

Internationale Politik und Wirtschaftspolitik der USA beeinflusst den Goldpreis

Dabei hatte der Goldpreis ja gestern wirklich einen guten Tag. Grund hierfür waren (und sind) die aufkeimenden Sorgen vor einer möglicherweise eskalierenden Situation im Nahen Osten, zuletzt provoziert durch die etwas arg nonchalanten Tweets von US-Präsident Trump. Nicht nur der Goldpreis alleine, auch die Ölpreise stiegen daraufhin weiter an, und zwar auf das höchste Niveau seit Ende 2014. Gestützt wurde der Goldpreis zunächst auch vom eher etwas schwächeren Kurs des US-Dollar im Wochenverlauf. Gestern Abend konnte die US-Währung dann allerdings etwas zulegen, nachdem das Protokoll der letzten Fed-Sitzung darauf hindeutete, dass weitere Leitzinserhöhungen in den kommenden Monaten fest eingeplant sind. Dies bremste dann auch das Gold in seinem Tatendrang etwas aus. Bemerkenswert erscheint zudem, dass Anfang der Woche der Goldpreis behauptet handelte, obwohl sich eine Entspannung im Handelskonflikt zwischen den USA und China andeutete.

Ein genauer Blick auf den Goldpreis im Wochenverlauf

Schauen wir uns die beschriebenen Wechselwirkungen noch einmal in Zahlen an: Handelte Gold am Freitag vergangener Woche noch bei 1.326 $/Unze bzw. im Tagestief gar bei 1.320 $/Unze, so kletterte der Goldpreis schon bis Dienstagabend auf 1.340 $/Unze. Gestern, am Mittwoch, sprang der Goldpreis dann nach Donald Trumps Tweets bezüglich Syrien bis exakt an den Widerstand bei 1.365 $/Unze, bevor er am Abend wieder auf circa 1.348 $/Unze zurückrutschte. Aktuell handelt Gold behauptet bei 1.351 $/Unze. Zu verzeichnen ist also ein circa zweiprozentiger Wochengewinn.

Gegen den Euro betrachtet, handelt der Goldpreis somit ebenfalls ein Stück fester, auch wenn der Euro im Wochenverlauf etwas zugelegt hat. Von 34,85 €/Gramm am vergangenen Freitag legte der Xetra-Gold-Preis bis auf 35,45 €/Gramm am Mittwochnachmittag zu. Seitdem gab er dann aber auch nach auf 35,10 €/Gramm nach und notiert aktuell ungefähr bei 35,15 €/Gramm.

In den nächsten Tagen dürften weitere geopolitische Themen die Märkte dominieren, insbesondere die Entwicklung im Syrien-Konflikt.

Allen Leserinnen und Lesern wünsche ich ein weiteres frohes, frühsommerliches Wochenende.

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