Gold steigt in Euro betrachtet auch diese Woche auf neue Jahreshöchststände

Marktkommentar Michael Blumenroth – 01.06.2018

Wöchentlicher Marktbericht

Eine sehr turbulente Woche war die bald abgelaufene an vielen Märkten, besonders denjenigen für Staatsanleihen. Die Edelmetalle erschienen dagegen fast wie eine Oase der Ruhe.

Ganz klar im Fokus standen die Ereignisse in Italien. Nachdem am Sonntagabend der italienische Staatspräsident Mattarella den Vorschlag der Koalitionspartner bezüglich der Besetzung des Finanz- und Wirtschaftsministers abgelehnt hatte, reagierten die Märkte zunächst freundlich. Allerdings setzte sich im Laufe des Montags die Erkenntnis durch, dass dies möglicherweise Neuwahlen bedeuten könnten. Und die Umfragen weisen aktuell daraufhin, dass insbesondere die Lega dann mit einem noch wesentlich größeren Stimmanteil rechnen könnte und damit ihre europakritische Politik noch eher durchsetzen könnte.

Entwicklung in Italien dominiert Märkte

Das war vielen Anlegern zu viel der Unsicherheit, so dass reihum die Panikknöpfe gedrückt wurden: Die Renditen, also die aktuellen Marktzinsen, zweijähriger italienischer Staatsanleihen, welche Mitte Mai noch negativ notierten, schossen von 0,25 Prozent innerhalb von zwei Tagen bis auf 2,63 Prozent aufwärts. Dies war der größte Renditeanstieg einer zweijährigen Staatsanleihe eines G7-Landes seit 34 Jahren. Mit anderen Worten, der Markt verlangte höhere Zinsen dafür, dass er sich überhaupt noch in italienischen Staatsanleihen engagierte. Nachdem sich abzeichnete, dass es nun doch noch zu einer Regierungsbildung in Italien kommt, und somit zunächst Neuwahlen vermieden werden, beruhigte sich die Lage dann aber wieder. Aktuell rentieren zweijährige italienische Staatsanleihen nun um die 0,5 Prozent herum.

Turbulenzen in der Eurozone schwächen Euro

Die Sorgen um die zukünftigen Entwicklungen in der Eurozone schickten auch den Euro vorübergehend auf Talfahrt. Dieser fiel gegen den US-Dollar auf ein Zehnmonatstief zurück. Und schwächelte auch gegen andere Währungen wie den Franken. Die sich andeutende Eskalation im Handelskonflikt zwischen den USA und der EU, bzw. Kanada und Mexiko könnte ebenfalls weiter für Sorgenfalten sorgen. So wie auch das heute Nachmittag anstehende Misstrauensvotum gegen die spanische Regierung. Die Risikofreude an den Märkten könnte somit schon einmal ausgeprägter gewesen sein.

Gold entwickelt sich schwächer als erwartet

Hier hätte ich jetzt vermutet, dass die globale Nachfrage nach Gold und dessen Preisentwicklung besser hätte sein müssen, als sie in der abgelaufenen Woche tatsächlich war. Handelte Gold am Freitagmorgen vergangener Woche noch bei 1.304 $/Unze, so erzielte es bereits am Freitagnachmittag sein Wochenhoch bei 1.307,50 $/Unze. Bis zum Dienstagnachmittag setzte es dann auf 1.293 $/Unze zurück und bewegt sich seitdem mehr oder weniger seitwärts mit einer leichten Tendenz nach oben. Aktuell wird es knapp unter 1.300 $/Unze umgesetzt.

Gegen Euro betrachtet wurde der Goldpreis zwischenzeitlich auf dem höchsten Kurs seit nahezu exakt einem Jahr gehandelt (1.130 €/Unze), wobei hier natürlich der Rücksetzer des Euro auf ein Zehnmonatstief gegen den US-Dollar nachhalf.

In Euro pro Gramm umgerechnet bedeutet dies, dass der Xetra-Goldpreis von 35,83 €/Gramm am vergangenen Freitagmorgen bis auf 36,45 €/Gramm am turbulenten Dienstag aufwärts kletterte. Nachdem sich dann aber die Märkte etwas beruhigten und auch der Euro wieder anstieg, setzte der Xetra-Goldpreis bis auf das auch aktuelle Niveau von circa 35,80 €/Gramm zurück.

Die Unsicherheit bleibt

Heute Nachmittag gibt es zwar noch Arbeitsmarktdaten aus den USA. In den nächsten Tagen sollte der Goldpreis aber weiterhin eher durch Themen wie ‚neue Regierung in Italien‘ und ‚weitere Eskalation im Handelskonflikt‘ determiniert werden. Die Stimmung an den Börsen dürfte nervös bleiben.

Allen Leserinnen und Lesern wünsche ich ein erholsames, gewitterfreies Wochenende. 

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