Gold nach massivem Anstieg der Renditen unter Druck

08.11.2019 - Marktkommentar

von Michael Blumenroth

Wöchentlicher Marktbericht

Diese Woche stand bis dato im Zeichen eines starken Renditeanstiegs für Staatsanleihen und neuen Allzeithöchstständen für die drei US-Aktien-Leitindizes.

Schon zu Wochenbeginn hatten sich die Marktteilnehmer konjunkturoptimistischer gezeigt als in vielen der vergangenen Wochen. Im Wochenverlauf wurde dieser Optimismus durch eine leichte Verbesserung bei einigen Frühindikatoren – insbesondere der Einkaufsmanagerindizes der Dienstleistungen, die in China, den USA und einigen europäischen Staaten positiv überraschten – zusätzlich genährt.

Erholung an den Aktienmärkten, sichere Häfen geben nach

Am gestrigen Donnerstag ging dann so richtig die Post ab: Auslöser für die Stimmungsaufhellung war eine Meldung aus Peking, wonach die USA und China erste Schritte zur Aufhebung von Strafzöllen unternähmen. Die Märkte interpretierten da vielleicht etwas mehr hinein als der aktuelle Stand der Dinge tatsächlich hergibt, allerdings dürsteten die Investoren genau nach solchen Meldungen.
Am Devisenmarkt machte der Yuan einen Satz nach oben, während der Yen, der als sicherer Hafen gilt, ein Stück zurücksetzte. Gold, ebenfalls als sicherer Hafen, verbilligte sich ebenfalls und am Anleihemarkt, einem weiteren sicheren Hafen, fielen die Kurse deutlich, die Renditen bzw. Marktzinsen stiegen also ordentlich. Aktienmärkte und konjunktursensible Rohstoffe waren dementsprechend ebenfalls in Feierlaune.

Entspannungssignale im Handelsstreit?

Am frühen Abend gab es dann zunächst eine Bestätigung aus den USA, wonach es eine Übereinkunft im Handelsstreit gäbe. Beide Seiten hätten sich geeinigt, als Teil einer ersten Phase eines Handelsabkommens die Zollschraube zurückzudrehen, sagte ein Regierungsvertreter. 90 Minuten später dämpfte dann aber eine weitere Meldung den Optimismus leicht: Die anvisierte Übereinkunft im Handelsstreit zwischen den USA und China stößt demnach im Weißen Haus auf teils heftigen internen Widerstand. Auch externe Berater seien gegen eine schrittweise Rücknahme von Sonderzöllen, hieß es. Man sei sich innerhalb der Regierung uneinig, ob ein solcher Schritt die Verhandlungsposition der USA schwäche.

Nichtsdestotrotz scheinen die Märkte nun deutlich zuversichtlicher auf die Weltkonjunktur zu blicken als wenige Tage zuvor. Dies sorgt für steigende Aktienkurse, steigende Marktzinsen, einen festeren Kurs des US-Dollar und für Verkäufe der sicheren Häfen Yen, Gold und Silber.

Goldpreisverfall in Euro etwas milder als US-Dollar

In US-Dollar berechnet handelte das Gold am Freitagvormittag vergangener Woche um die Marke von 1.514 $/Unze. Es kletterte noch am Freitagnachmittag auf das bisherige Wochenhoch bei 1.516 $/Unze. Der Goldpreis gab dann aber zu Beginn der Woche leicht nach, wobei sich die Abwärtsbewegung am Dienstag und nach einer vorübergehenden leichten Erholung dann aber gestern Nachmittag beschleunigte. So ging es denn für den Goldpreis abwärts, und zwar bis auf 1.461 $/Unze. Gestern Abend und heute Morgen erholte er sich dann leicht, nachdem die o.a. Zweifel an der Reduktion der Zölle laut wurden. Beim Schreiben dieser Zeilen steigt Gold gerade auf 1.473 $/Unze.

Der Euro handelte im Wochenverlauf gegen den US-Dollar etwas schwächer. Dies hatte zur Folge, dass der Preisverfall des Goldes in US-Dollar durch den billigeren Euro etwas gemildert wurde. Dieser kletterte zunächst während der Handelszeiten von 43,60 €/Gramm am vergangenen Freitagmorgen bis auf das Wochenhoch bei 43,65 €/Gramm am Nachmittag. Zu Beginn der Woche ging es dann am abwärts bis auf 43,10 €/Gramm am Dienstag. Nach einer Zwischenerholung purzelte der Xetra-Gold-Preis gestern bis auf 42,65 €/Gramm. Heute Morgen startete Xetra-Gold bei 42,82 €/Gramm.

Fortschritt im Handelsstreit entscheidend für die weitere Entwicklung

Der Goldpreis dürfte zur Richtungsfindung weiterhin die Entwicklungen an den Märkten für Staatsanleihen und Aktien heranziehen. Sollte die Risikofreude an den Märkten wieder etwas eingedämmt werden, dann könnte der Goldpreis profitieren. Einigen sich die USA und China wirklich auf eine Abschaffung oder Reduktion der Zölle, dann könnte Gold unter Druck bleiben.

Allen Leserinnen und Lesern wünsche ich ein erholsames Wochenende – vielleicht ja auch auf der Edelmetallmesse in München.

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