Gegenwind

02.03.2018 - Marktkommentar

von Michael Blumenroth

Wöchentlicher Marktbericht

Während meines einwöchigen Urlaubs in der vergangenen Woche hat sich das Gold nicht von seiner besten Seite gezeigt (vielleicht weil ich nicht da war?). Und auch die bald abgelaufene Woche sorgt sicherlich nicht gerade für Begeisterungsstürme in der Gemeinde der Goldanleger.

US-Dollar zunächst stark

Der meiner Ansicht nach entscheidende Grund dafür, dass der Goldpreis sich aktuell etwas schwer tut, liegt darin, dass der US-Dollar sich in den vergangenen zehn Handelstagen erholt hat. So konnte der US-Dollar gemessen am DXY-Index (misst die Stärke des US-Dollar gegen die neun anderen G-10-Währungen) ungefähr 2 Prozent an Wert gewinnen. Am Dienstag dieser Woche gab es einen kurzfristig weiteren Anschub für den US-Dollar. In seiner allerersten Anhörung vor dem US-Kongress als neuer Fed-Vorsitzender (einer Pflicht, der sich der oder die Vorsitzende der US-Notenbank zweimal im Jahr stellen muss) äußerte sich Jerome Powell beeindruckt über das seiner Ansicht nach seit dem Dezember weiter verbesserte makroökonomische Umfeld. Dies interpretierte der Markt als möglicherweise versteckte Andeutung, dass die Fed die Leitzinsen in diesem Jahr statt ‚lediglich‘ dreimal – dies war im Dezember die Mehrheitsmeinung der Fed – sogar viermal anheben könnte. Kurzfristig hatte Powells Anhörung ebenso wie weiterhin überragende Konjunkturdaten aus den USA zur Folge, dass der US-Dollar anstieg, und die US-Renditen ebenfalls.

US-Strafzölle geben Anlass zur Sorge

Mit der Ankündigung, in der nächsten Woche Strafzölle auf Stahl- und Aluminiumimporte zu verhängen, schwächte Donald Trump gestern Abend jedoch den US-Dollar deutlich. Hintergrund ist hier, dass die Wirtschaftsgeschichte lehrt, dass solche Maßnahmen meist demjenigen am meisten schaden, der sie verhängt.

Xetra-Gold setzt leicht zurück

Handelte Gold am Freitagmorgen vor 14 Tagen noch bei knapp unter 1.360 US$/Unze, so setzte es danach nahezu kontinuierlich bis auf 1.303 US$/Unze gestern Nachmittag zurück. Nach Donald Trumps Ankündigung verlor der US-Dollar gestern dann doch an Wert. Dies sorgte dafür, dass der Goldpreis auf 1.319 US$/Unze korrigierte und aktuell beim Schreiben dieser Zeilen bei 1.318 US$/Unze handelt. 

Auch gegen Euro betrachtet gab der Goldpreis nach. Etwas abgemildert durch den gleichzeitigen Rücksetzer des Euro gegen den US-Dollar. Von 34,85 €/Gramm am vorvergangenen Freitag setzte der Xetra-Goldpreis nach einigem Auf und Ab schlussendlich gestern auf 34,43 €/Gramm zurück, bevor er sich dann am Abend etwas erholte. Der Xetra-Goldpreis notiert nun aktuell bei 34,50 €/Gramm.

Blick nach vorn

Die Märkte werden sich in den nächsten Tagen wahrscheinlich auf den drohenden Handelskonflikt zwischen den USA und der EU und einigen anderen Ländern fokussieren. In der kommenden Woche dürften aber u.a. auch die am Donnerstag anstehende EZB-Sitzung und die US-Arbeitsmarktdaten Beachtung an den Märkten finden.

Allen Leserinnen und Lesern wünsche ich ein schönes, nicht mehr ganz so kaltes Wochenende.

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