Eine bis dato ruhige Woche für Edelmetalle – Warten auf Fed und EZB

Wöchentlicher Marktbericht

Verglichen mit der Vorwoche war diese bis dato eher eine recht ruhige Woche an den Märkten. Hier könnte eine Rolle spielen, dass mit dem heute beginnenden G7-Gipfel in Kanada und vor allen Dingen den Sitzungen der Zentralbanken in der kommenden Woche (Fed am Mittwoch, EZB am Donnerstag) wichtige Daten im Kalender stehen, vor denen man sich nicht positionieren möchte.

Welchen Kurs schlagen die Zentralbanken ein?

Hier wird sich die spannende Frage stellen, ob die US-Notenbank weiterhin ‚nur‘ mit zwei weiteren Zinserhöhungen in diesem Jahr rechnet, oder aber auf drei Zinserhöhungen hochgeschaltet. Aus der EZB kamen in dieser Woche Signale, dass auf der Sitzung in der kommenden Woche der Ausstieg aus dem Staatsanleiheankaufprogramm auf der Agenda stehen könnte. Was bedeutet, dass die EZB allmählich einen Wechsel in ihrer Geldpolitik hin zu einer eher restriktiveren planen würde.

Italien-Frage rückt in den Hintergrund

Dies nahmen die Märkte zum Anlass, Euro gegen den US-Dollar zu kaufen, so dass der Euro im Wochenverlauf leicht anstieg. Das Thema „Italien“ rückte dabei etwas in den Hintergrund. Hier sehen die Märkte die neue italienische Regierung kritisch, was sich u. a. in einem deutlichen Anstieg der Renditen / Marktzinsen der italienischen Staatsanleihen im Wochenverlauf äußerte.

Gold setzt im Wochenvergleich leicht zurück

Erstaunlicherweise zeigte sich der Goldpreis in dieser Woche recht unbeeindruckt von Bewegungen an anderen Märkten. Handelte Gold am Freitagmorgen vergangener Woche noch bei 1.300 $/Unze, so erzielte es bereits am Freitagnachmittag nach den sehr starken US-Arbeitsmarktdaten sein Wochentief bei 1.289,50 $/Unze. In den folgenden Tagen handelte es dann mehr oder weniger seitwärts um die 1.295 $/Unze herum, bis es am Donnerstagnachmittag auf das Wochenhoch bei 1.303 $/Unze kletterte. Eine wahrhaft bescheidene Wochenhandelsspanne von circa einem Prozent. Aktuell wird es bei 1.296 $/Unze umgesetzt.

Gegen Euro setzte der Goldpreis ebenfalls leicht zurück; natürlich auch wegen des im Wochenverlauf etwas festeren Kurs des Euro. In Euro pro Gramm umgerechnet bedeutet dies, dass der Xetra-Goldpreis von 35,80 €/Gramm am vergangenen Freitagmorgen nach einigem Auf und Ab gestern Nachmittag auf ein Wochentief bei 35,30 €/Gramm fiel – genau zu dem Zeitpunkt, an dem der Euro gegen den US-Dollar auf seinem Wochenhoch gehandelt wurde. Heute Morgen konnte sich das Edelmetall leicht auf circa 35,40 €/Gramm erholen.

Aufmerksamkeit richtet sich auf G7-Treffen und Notenbanken

Heute Nachmittag beginnt das G7-Treffen, bei dem die Handelspolitik der USA ein großes Thema sein dürfte. Nächste Woche werden sich die Märkte sicherlich auf die o.a. Notenbanktreffen fokussieren.

Allen Leserinnen und Lesern wünsche ich ein erholsames, unwetterfreies Wochenende. 

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