Die Unsicherheit wird so schnell nicht weichen

Marktkommentar Michael Blumenroth – 29.06.2016

Wöchentlicher Marktbericht

Da ich am kommenden Freitag aller Voraussicht nach keinen Zugriff auf Computer oder E-Mails haben werde, gibt es wie im letzten Marktkommentar angekündigt diesen schon heute. Im Generellen wird sich hier auch wahrscheinlich bis zum Ende der Woche nicht mehr allzu viel ändern. Das Thema, das die Märkte im Bann hält, ist und bleibt der Brexit und dessen Auswirkungen.

Dabei scheint sich nun auch hier die erste Panik etwas gelegt zu haben. Nachdem sich am Freitag und auch am Montag sowohl das Britische Pfund als auch die weltweiten Aktienmärkte stramm talwärts bewegt hatten, entspannte sich die Lage gestern etwas. Vielleicht hat es ja auch mit dem viel gerühmten Britischen Humor zu tun, der den Brexit wohl erst dann als vollzogen ansah, nachdem England sich bei der Fußball-EM gegen Island überraschend verabschiedet hatte. Auf alle Fälle gab es gestern eine leichte Erholung – erst des Britischen Pfundes und dann kollektiv der Aktienmärkte weltweit. Die Frage ist nun, inwieweit diese Erholung nachhaltig sein wird, oder ob wir hier nur ein Strohfeuer gesehen haben. Und immerhin sind wir ja auch noch meilenweit von den Kursen entfernt, die wir am Donnerstagabend vergangener Woche gesehen haben.

Sicher ist nur eines: Die Unsicherheit wird bleiben. Momentan ist es noch unklar, wer in London der nächste Premierminister werden wird. Ob es Neuwahlen geben wird. Wie es mit Schottland und Nordirland, die beide eine Mehrheit der EU-Befürworter bei dem Referendum sahen, weiter gehen wird. Und wie die zukünftige Beziehung Großbritanniens zur EU aussehen wird. Hinzu kommen noch neue Befürchtungen hinsichtlich der weltweiten Konjunktur und die bevorstehenden Präsidentschaftswahlen in den USA.

Von dieser Gemengelage profitiert natürlich weiterhin das Gold. Hinzu kommt, dass die Märkte nun die nächste Zinserhöhung der US-Notenbank erst für Juni 2018 (!) einpreisen – je länger die Fed diese hinausschiebt, desto vorteilhafter ist es für den Goldpreis – und dass immer mehr Staatsanleihen im negativen Bereich rentieren (so nun auch zehnjährige Bundesanleihen), so dass Investoren bei diesen vermeintlich sicheren Anlagen Geld verlieren, wenn sie diese bis zum Laufzeitende halten. Tendenziell konnten sich in den vergangenen beiden Tagen auch einige Rohstoffwährungen gegen den US-Dollar verteuern. Alles Gründe, die für steigende oder zumindest nicht sinkende Goldpreise sprechen könnten.

Auf der Gegenseite sind natürlich viele der oben angegebenen Gründe schon eingepreist. Und die Kauf-Positionen der Großinvestoren an den Terminbörsen notieren aktuell auf Rekordniveaus. Dennoch erwartet die Mehrzahl der Marktbeobachter nun tendenziell eher steigende Notierungen, selbst wenn die Sommermonate Juli und August saisonal eher schwierige Monate für das edelste aller Metalle sind.

In dem Tohuwabohu am vergangenen Freitag war Gold nach nahezu panikartigen Käufen morgens bis auf 1.358 US$/Unze gesprungen. Als ich diesen Kommentar dann schrieb, notierte Gold bei 1.322 US$/Unze. Und genau dort wird es auch jetzt gehandelt, nachdem es gestern kurzfristig in der etwas risikofreudigeren Stimmung an den Aktienmärkten bis auf das Wochentief bei 1.306 US$/Unze gefallen war.

Die Anleger in Xetra-Gold profitieren zusätzlich dabei etwas von dem noch leicht schwächeren Kurs des Euro. Notierte dieses vergangene Woche um diese Zeit bei 38,15 €/Gramm und auf dem Wochenhoch am Montag bei 39,00 €/Gramm, so setzte es gestern vorübergehend bis auf  38,00 €/Gramm zurück. Heute Morgen steht es aber nun wieder etwas höher, nämlich bei circa 38,45 €/Gramm; am Jahresanfang wurde es noch bei 31,35 €/Gramm umgesetzt. Dies ist doch ein überzeugendes Halbjahr für Gold gewesen, oder?

Nun schauen wir mal, ob die Märkte weiter den Brexit-Schock verdauen. Am Montag ist in den USA der Independence Day Feiertag, so dass wir nun zumindest vorübergehend eine Marktberuhigung sehen könnten. Ich melde mich dann am nächsten Freitag wieder, hoffentlich voller Vorfreude auf das EM Endspiel Deutschland – Belgien…

Ein paar erholsame Sommertage wünsche ich bis dahin Ihnen allen.

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