Der feste US-Dollar bremst Gold aus

29.03.2019 - Marktkommentar

von Michael Blumenroth

Wöchentlicher Marktbericht

Ein paar spannende Tage liegen an den Märkten hinter uns. Und der Brexit, dessen Vollzug ja eigentlich für heute geplant war, wird uns auch in den nächsten Tagen weiter beschäftigen.

Dabei wurde der Goldpreis wieder einmal eher durch Bewegungen an externen Märkten hin- und hergezerrt. Einen Schub bekam er Ende vergangener Woche / Anfang dieser Woche. Grund hierfür war die Aussage der US-Notenbank am Mittwoch vergangener Woche, dass sie aktuell nicht beabsichtige, die Zinsen 2019 weiter zu erhöhen. Leicht verstörend für viele Marktteilnehmer schien dabei der pessimistische Ausblick der Fed auf die weltweite Konjunktur gewesen zu sein.

Renditen von Staatsanleihen geben nach

Dies sorgte dafür, dass die Renditen als sicher geltender Staatsanleihen deutlich nachgaben. So rutschten zum Beispiel die Renditen zehnjähriger Bundesanleihen erstmals seit mehr als zwei Jahren wieder in den negativen Bereich. Dies bedeutet, dass der Anleger dem Staat Geld dafür zahlt, dass er dessen Schulden finanzieren darf. Auch in den USA ging es mit den Renditen deutlich nach unten. Hier setzen viele Marktteilnehmer mittlerweile darauf, dass die Fed 2019 nicht nur die Zinsen nicht weiter erhöhen, sondern diese sogar ein- oder zweimal senken wird. 

Beachtung an den Märkten fand auch, dass die Rendite dreimonatiger US-Staatsanleihen seit dem vergangenen Freitag über der zehnjähriger US-Staatsanleihen liegt. Dies signalisierte – mit einer Ausnahme – in der Vergangenheit immer, dass innerhalb der nächsten sechs bis 24 Monate eine Rezession im Anmarsch war. 

Aktien fallen, US-Dollar steigt an

Am vergangenen Freitag gaben die Aktienindizes weltweit deutlich nach. Die sicheren Häfen Staatsanleihen, Schweizer Franken, Yen und Gold waren hingegen gefragt. Am gestrigen Donnerstag setzte sich eine leichte Entspannung durch. Nachteilig wirkte sich hingegen für den Goldpreis der Anstieg des US-Dollar insbesondere auch gegen Produzentenwährungen wie den Südafrikanischen Rand aus. Der US-Dollar-Index (DXY) gewann in dieser Woche circa 1,2% an Wert. 

In US-Dollar betrachtet, handelte Gold am Freitagvormittag vergangener Woche bei 1.310 $/Unze. Das Edelmetall kletterte dann am Freitag und am Montagabend bis auf 1.324,50 $/Unze. Mit dem ansteigenden US-Dollar und den schwächeren Schwellenländerwährungen ging es für Gold bis zum Mittwoch abwärts auf 1.310 $Unze und in einem noch etwas härteren Rutsch gestern und heute Nacht abwärts bis 1.287 $/Unze. Es handelt auch aktuell nicht weit entfernt bei 1.288 $/Unze. 

Deutlich schwächerer Euro

Der Euro handelte gegen den US-Dollar seit vergangenem Freitag (sehr schwache Daten zu den Einkaufsmanagerindizes in der Eurozone) trotz der Zinspause der US-Notenbank deutlich schwächer und setzte von 1,1390 bis auf 1,1214 bzw. aktuelle 1,1230 EUR/USD zurück. Dies milderte den Kursverlust des Goldes in Euro betrachtet leicht.

So stieg denn auch der Preis von Xetra-Gold von 37,10 €/Gramm am vergangenen Freitagmorgen bis auf 37,65 €/Gramm am Mittwoch dieser Woche. Der Kursrutsch von Gold in USD schickte dann allerdings auch den Preis von Xetra-Gold auf Talfahrt. Dieser fiel insbesondere gestern deutlich bis auf das aktuelle Niveau von 36,85 €/Gramm.

Handelskonflikt, Brexit, Rezessionsängste weiter im Blick 

Die Märkte warten nun einerseits auf die weitere Entwicklung im Handelskonflikt zwischen den USA und China. Außerdem könnte ein harter Brexit bis zum 12. April möglicherweise für Turbulenzen sorgen. Fraglich ist auch, ob die Rezessionsbefürchtungen in den nächsten Tagen weiter nachgeben werden, was dem Goldpreis dann tendenziell helfen könnte.

Allen Leserinnen und Lesern wünsche ich ein schönes, frühlingshaftes Wochenende. 

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