Wie zuverlässig agiert Gold als Inflationsschutz?

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Zahlreiche geopolitische Krisenherde, ein zurzeit deutlich schwierigeres Verhältnis zwischen Europa und den USA als in den Jahrzehnten zuvor, und die durchaus reale Gefahr weltweit steigender Inflationsraten sind eigentlich ausgezeichnete Voraussetzungen für eine Goldrallye. Nichtsdestotrotz bewegt sich der Goldpreis nach verschiedenen Kurskorrekturen in den letzten Wochen eher seitwärts. Nimmt Gold auch 2026 seine Aufgabe als Inflationsschutz wahr? Und hat es das in der Vergangenheit tatsächlich immer getan? Ein Blick in die empirischen Zusammenhänge der Entwicklungen von Goldpreis und Inflation gibt Aufschluss.

In den letzten 35 Jahren hat der Goldpreis die Inflation bei weitem übertroffen

Seit 1991 herrschte nach Angaben des Finanzdatenanbieters Trading Economics eine durchschnittliche Inflation von 2,25 Prozent p.a. in der heutigen Eurozone, während der Goldpreis im gleichen Zeitraum einen Anstieg von durchschnittlich 8,4 Prozent p.a. verzeichnete. Seit der Jahrtausendwende gewann Gold durchschnittlich sogar 10,5 Prozent an Wert und übertraf damit deutlich die Teuerungsraten in der Währungsunion. Allerdings galt dies nicht für alle Jahre: 2014 beispielsweise sank der Goldpreis um 7,31 Prozent, während die Inflation 0,91 Prozent betrug. Ebenso im Jahr 2021, als bei einer Teuerungsrate von 3,01 Prozent der Goldpreis um -1,84 Prozent nachgab. Hier beeinflussten andere Faktoren den Goldpreis stärker als die Inflation.

Gold erfüllt vor allem langfristig seine Rolle als Wertspeicher

Aufgrund der Blockade der Straße von Hormus ist bereits jetzt in vielen Ländern eine steigende Inflationsrate zu beobachten, während der Goldpreis in der Eurozone seit der Rekordnotierung von 146,39 € pro Gramm Anfang März auf aktuell 125 € gesunken ist. Trotzdem bewährt sich das Edelmetall momentan auch kurzfristig als Inflationsschutz: Einer Teuerungsrate von zurzeit rund 3 Prozent im Mai 2026 steht ein Plus beim Goldpreis von 4,1 Prozent gegenüber. Eine längerfristige Beobachtung der Entwicklungen von Inflation und Goldpreis bestätigt jedoch, dass Gold vor allem langfristig glänzt. Ein Beleg: Seit der Einführung von Xetra-Gold Ende 2007 hat das Wertpapier über 574 Prozent an Wert hinzugewonnen.