Und täglich…

Marktkommentar

grüßt das Murmeltier… die Reiferen unter uns werden den Film von 1993 noch kennen: Bill Murray spielt den egozentrischen und sarkastischen Wetteransager Phil Connors, der in einer Zeitschleife festsitzt und ein und denselben Tag immer wieder erlebt. So ähnlich geht es uns Marktbeobachtern, wenn man die Nachrichtenlage rund um die Situation im Nahen Osten bzw. die Sperrung der Straße von Hormus betrachtet. Immer wieder bekommt man insbesondere über Social Media-Äußerungen des US-Präsidenten Donald Trump suggeriert, dass eine Vereinbarung mit dem Iran unmittelbar bevorstehe, und dennoch dauert die verfahrene Situation nun schon seit Wochen an.

Ölpreisschub durch geopolitische Spannungen

Dies hatte insbesondere Ende vergangener Woche bzw. zu Beginn dieser Woche einen starken Anstieg der Ölpreise zur Folge, Brent-Öl wurde auf kurze Sicht bei mehr als 110 US-Dollar je Barrel gehandelt, WTI über 106 US-Dollar je Barrel. Da nun auch die Preise für Öl zur Lieferung Ende 2026 bzw. Anfang 2027 immer weiter anstiegen, reagierten insbesondere die Anleihemärkte merklich: Die Renditen langlaufender Staatsanleihen der USA und Großbritanniens sprangen auf das höchste Niveau seit 2007, die der deutschen Bundesanleihen auf den höchsten Stand seit 2011. Grund hierfür sind die inflationären Auswirkungen höherer Ölpreise. Am Dienstag preisten die Terminmärkte nun auch eine Leitzinserhöhung der US-Notenbank Fed bis März 2027 fest ein, nachdem noch Anfang Februar zwei bis drei Leitzinssenkungen eingepreist worden waren. Auch der US-Dollar profitierte von dem Anstieg der US-Renditen, er wertete auf breiter Front gegen nahezu jede andere Währung auf. 

Goldpreis unter Druck durch steigende Renditen

Auch hier grüßt das oben erwähnte Murmeltier: Steigende Renditen und ein festerer Kurs des US-Dollars dämpfen gewöhnlich die Goldpreise, da Gold ja keine feste Rendite garantiert. Erst gestern entspannte sich die Lage etwas, nachdem Nachrichtenagenturen berichteten, dass drei Öltanker die Straße von Hormus hätten passieren dürfen. Dennoch hat Gold im Vergleich zum vergangenen Mittwoch nachgegeben. 

Entwicklung der Goldnotierungen im Wochenverlauf

Handelten die Goldpreise am Mittwochmorgen vergangener Woche bei rund 4.712 US$ pro Unze ging es am Freitag bereits südwärts gen 4.540 zum Wochenschluss. Nach einer kurzzeitigen leichten Erholung am Dienstag wurde dann am gestrigen Mittwoch das bisherige Wochentief bei etwa 4.455 US$ je Unze markiert. Nachdem Die Ölpreise und die Renditen gestern moderat nachgaben, kletterten die Gold-Notierungen heute Nacht bis auf 4.570. Beim Schreiben dieser Zeilen wird das gelbe Metall mit 4.530 US$ je Unze wieder etwas niedriger gehandelt. 

Xetra-Gold: Preisrückgang trotz schwächerem Euro

Der Xetra-Gold-Preis gab somit ebenfalls nach, etwas gebremst vom zum US-Dollar schwächeren Kurs des Euros: Während der üblichen Handelszeiten ging es von 129,00 € pro Gramm am vergangenen Mittwochmorgen bzw. 129,50 am Donnerstag ebenfalls am Freitag stramm abwärts gen 125,70 zum Wochenschluss. Auch hier wurde am Dienstag ein Wochentief bei 123,75 markiert. Zum heutigen Handelsauftakt dürfte der Preis ungefähr bei 125,25 € pro Gramm notieren. 

Ausblick: Deeskalation im Nahen Osten bleibt entscheidend

Zurück zum Murmeltier: Im Vordergrund steht an den Märkten weiterhin die Frage, ob und wann eine nachhaltige Deeskalation im Nahen Osten vereinbart werden könnte. Da am Montag unterschiedliche Feiertage in den USA, Großbritannien und Deutschland im Kalender stehen, könnte es im Vorfeld am morgigen Freitag noch einige Positionsbereinigungen vor dem langen Wochenende geben.  

Allen Leserinnen und Lesern wünsche ich einen sonnig-warmes Pfingstwochenende und den gleichgesinnten Freunden lauter Musik zwei denkwürdige Metallica-Konzerte im schönen Frankfurter Stadion.