Setzen Zentralbanken ihre Goldkäufe 2026 fort?

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Seit 2022 befinden sich die Notenbanken in einem wahren Goldkaufrausch, der inzwischen zu einem wichtigen Faktor bei der globalen Goldnachfrage geworden ist. Auch wenn das Jahr 2026 noch recht jung ist und nur bedingt Rückschlüsse auf die Goldkäufe der Zentralbanken für das gesamte Jahr zulässt, sind zwei Entwicklungen doch unübersehbar. Zum einen setzen China, Indien und andere Nationen ihre strukturellen Goldkäufe mit dem Ziel der zunehmenden Unabhängigkeit von der führenden Reservewährung US-Dollar fort; zum anderen ist die im Vergleich zu den Vorjahresquartalen schwächere Nettonachfrage bei genauerem Hinsehen keinesfalls ein Anzeichen für einen gesunkenen Goldhunger der Notenbanken.

Goldverkäufe der Türkei und Russlands senken die Nettonachfrage

Während die Nachbarländer der Ukraine und Russlands auch 2026 stetig ihre Goldreserven ausbauen – allein Polen hat im Februar 20 Tonnen Gold dazugekauft –, stoßen andere Länder einen Teil ihrer Goldreserven ab. An erster Stelle ist hier die türkische Nationalbank zu nennen, die 2026 bislang fast 60 Tonnen Gold verkauft hat. Anders als etwa China versucht die Türkei ihre Dollarbestände zu erhöhen, um die hohe Inflation im eigenen Land zu bekämpfen. Auch Russland verkaufte 2026 allein im Februar 15,6 Tonnen, um dem wirtschaftlichen Druck entgegenzutreten und Liquidität für die Fortsetzung seines Angriffskrieges zu sichern. Die Verkäufe dieser beiden Länder senken bereits die gesamte Nettonachfrage seitens der Zentralbanken spürbar.

Der Goldpreis bewegt sich seitwärts – und hat sich bislang trotzdem gut geschlagen

Trotz des zweifachen Einbruchs im Februar und März und der derzeitigen Seitwärtsbewegung des Goldpreises in der Eurozone hat das Edelmetall seit Jahresbeginn 8,2 Prozent an Wert hinzugewonnen. In den USA und Großbritannien hat sich der Goldpreis sogar um teilweise über 10 Prozent erhöht. Dies mag im Vergleich zu den Rekordzuwächsen 2024 und 2025  gering erscheinen, kann sich im Vergleich mit anderen Anlageklassen aber durchaus sehen lassen.