Aufgrund dessen, dass am morgigen Donnerstag u.a. bei uns hier in Hessen Fronleichnam als Feiertag im Kalender steht, greife ich bereits heute zur elektronischen Feder. Eventuellen Neidgefühlen der Bundesländer, die morgen keinen Feiertag haben werden, kann ich entgegnen, dass dies der letzte Feiertag in Hessen in diesem Jahr bis Weihnachten sein wird, der nicht auf ein Wochenende fällt. Also gönnen wir uns die Entspannung morgen noch einmal, so wie es die Goldpreise in den vergangenen Tagen ebenfalls gemacht haben.
Goldpreis erholt sich leicht, bleibt aber unter wichtigen Marken
Immerhin konnten sich die Notierungen von ihren Tiefs in der vergangenen Woche etwas erholen, scheiterten aber daran, Ende vergangener Woche beherzt über die Marke von 4.600 US-Dollar/Unze zu springen. Gestützt wurden die Notierungen durch einen weiteren Rückgang der Ölpreise - insbesondere am vergangenen Freitag, als Brent-Öl an den Terminbörsen kurz unter die Marke von 90 US$ je Barrel fiel. Mit den weiterhin ausbleibenden Fortschritten hinsichtlich einer Öffnung der Straße von Hormus für die Schifffahrt aus dem Nahen Osten heraus kletterten die Ölpreise bis heute Morgen zurück auf rund 97 US$ pro Barrel. Und die Goldpreise bleiben ihrem Muster treu: Steigen die Ölpreise, sinkt Gold und umgekehrt – was sich mit den im Gleichschritt mit den Ölpreisen steigenden bzw. sinkenden Inflations- und Zinserhöhungserwartungen begründen lässt.
Aktienrally und KI Boom belasten die Nachfrage nach Gold
Dass der US-amerikanische Aktienindizes S&P500 gestern den neunten Tag in Folge auf einem Rekordhoch schloss und momentan wieder viele Anlagegelder in den Bereich „Künstliche Intelligenz“ verlagert werden, könnte den Goldpreisen weiterhin ebenfalls etwas Wind aus den Segeln nehmen – man kann schließlich jeden Euro oder US-Dollar nur einmal anlegen. Alles in allem waren die Umstände also nicht dazu geeignet, die Goldpreise zu einer nachhaltigen Aufwärtsbewegung zu animieren:
Seitwärtsbewegung beim Goldpreis setzt sich fort
Notierten die Goldpreise am Donnerstagmorgen vergangener Woche bei rund 4.380 US$ pro Unze legten sie bis Freitagnachmittag infolge der sinkenden Ölpreise spürbar bis auf 4.595 zu und verabschiedeten sich aus der Woche bei 4.540. Seitdem wird das edelste aller Metalle seitwärts zwischen 4.450 und 4.550 US$ pro Unze gehandelt. Beim Schreiben dieser Zeilen wird es aufgrund der heute Morgen wieder angestiegenen Ölpreise am unteren Ende dieser Spanne bei rund 4.460 US$ pro Unze gehandelt.
Xetra-Gold zeigt ähnliche Kursbewegungen
Der Xetra-Gold-Preis legte somit ebenfalls zu: Während der üblichen Handelszeiten ging es von 121,25 € je Gramm am vergangenen Donnerstagmorgen zunächst stramm aufwärts bis auf 126,50 am Freitagnachmittag. Auch hier ging den Notierungen dann aber die Luft aus und seit Wochenbeginn geht es in der Tendenz moderat südwärts. Zum heutigen Handelsauftakt dürfte der Preis bei ungefähr 123,50 € pro Gramm notieren.
Geopolitische Lage und kommende Notenbanksitzungen im Fokus
Die Lage im Nahen Osten bleibt bis auf weiteres das wichtigste Thema an den Märkten. Am Freitag könnte der US-Arbeitsmarktbericht für etwas Bewegung an den Märkten sorgen, bevor in den kommenden beiden Wochen das Scheinwerferlicht stark auf die zahlreichen Notenbanksitzungen und somit die Geldpolitik gerichtet sein wird.
Allen Leserinnen und Lesern wünsche ich einen schönen Feiertag bzw. ein erholsames Wochenende.