Aus logistischen Gründen (Podcast-Aufnahme am Donnerstagmorgen in der Frankfurter Börse) muss ich diesmal bereits am Mittwochnachmittag zur (elektronischen) Feder greifen. Und, siehe da, an den Finanzmärkten wächst seit Mittwochvormittag die Hoffnung auf eine offizielle Beendigung der Kampfhandlungen im Nahen Osten. Medien berichteten von Verhandlungen über ein Memorandum zwischen den USA und Iran, das die durch die Waffenruhe unterbrochenen Kampfhandlungen final beenden solle. Die Marktreaktionen waren dementsprechend kräftig: Die Ölpreise gaben mehr als sieben Prozent nach. Gleichzeitig sanken die Renditen der Staatsanleihen, der US-Dollar geriet unter Abwertungsdruck und die Goldpreise erhielten Rückenwind. Also genau die Reaktionen, die wir in den vergangenen Wochen immer wieder beobachten durften, sobald Hoffnungen auf eine Deeskalation des Nahost-Konflikts aufkamen.
Zinsentscheidungen von Fed und EZB beeinflussen Goldpreis
Ende vergangener Woche hatten die Goldpreise eher noch etwas Gegenwind erfahren. Grund hierfür war, dass die Märkte das Ergebnis der Sitzung der US-Notenbank Fed dahingehend interpretierten, dass Leitzinssenkungen in den USA erst einmal auf die lange Bank geschoben werden dürften. Zudem hatte EZB-Präsidentin Christine Lagarde einen Tag später darauf hingewiesen, dass die EZB bereits im Rahmen ihrer Sitzung am vergangenen Donnerstag über potenzielle Leitzinserhöhungen diskutiert habe, wenngleich diese erst einmal unverändert blieben. Die Märkte gehen jedoch fest von einer Leitzinserhöhung Mitte Juni aus und preisen bis zum Jahresende weitere Zinsschritte ein. Dies hielt die Goldpreise zunächst im Zaum.
Goldpreis zwischen geopolitischen Risiken und Zinsfantasie
Handelten diese am Donnerstagmorgen vergangener Woche noch bei rund 4.570 US$ pro Unze, beschlossen sie die Woche am Maifeiertag bei 4.615. Am Montag stiegen die Ölpreise zunächst kräftig an, auch die Renditen setzen ihre Aufwärtsbewegung fort, so dass Gold im bisherigen Wochentief bei rund 4.501 notierte. Am Mittwoch kehrte der Optimismus in großem Stil an die Märkte zurück (siehe oben), weshalb Gold sich von 4.550 zum Tagesbeginn bis auf 4.710 US$ pro Unze mittags verteuerte.
Preisentwicklung von Xetra-Gold im Wochenverlauf
Der Xetra-Gold-Preis legte ebenfalls zu: Während der üblichen Handelszeiten ging es von 125,90 € pro Gramm zum Handelsauftakt am vergangenen Donnerstagmorgen abwärts bis auf rund 124,10 am Montagnachmittag. Die Notierungen bewegten sich den gesamten Dienstag um 126 herum, bevor es am Mittwochmittag aufwärts bis auf etwa 128,70 € je Gramm ging.
Ausblick: Nahost-Lage und US-Arbeitsmarktdaten im Fokus
Die Entwicklungen im Nahen Osten bleiben auf kurze Sicht das Maß aller Dinge. Wird die Lage tatsächlich nachhaltig deeskaliert, könnte dies den Goldpreis weiter anschieben. Von Interesse dürften auch die am Freitag zur Veröffentlichung anstehenden Daten zur Entwicklung des Arbeitsmarktes in den USA im April sein.
Allen Leserinnen und Lesern wünsche ich ein kühleres, aber hoffentlich sonniges Wochenende.