Zentralbanken-Umfrage: mehr Goldreserven, weniger US-Dollars

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Anfang bis Mitte Mai 2026 wurde die jährliche Befragung zahlreicher Notenbanken zum Thema Gold durchgeführt. Die Ergebnisse der Central Bank Gold Reserves Survey 2026 wurden vor wenigen Tagen durch den World Gold Council veröffentlicht. Im Vergleich zu den Erhebungen 2025 und 2024 hat sich relativ wenig geändert; im Vergleich zum vorigen Jahrzehnt allerdings so einiges. In den letzten Jahren haben die Notenbanken weltweit ihre Goldreserven im jährlichen Durchschnitt doppelt so stark erhöht wie in den 2010er Jahren. Auch was zukünftige Goldkäufe angeht, sind sich die befragten Zentralbanken weitgehend einig.

Notenbanken erwarten weiteren Ausbau der globalen Goldreserven

Zentralbanken sind ein wichtiger Faktor der Goldnachfrage insgesamt. Bereits seit einigen Jahren bestreiten sie rund 20 Prozent der weltweiten Goldkäufe, was sich auch in deren Reserveportfolios niederschlägt. Im letzten September hat Gold, gemessen in US-Dollar, die weltweit beliebten US-Staatsanleihen als Fremdwährungsreserve abgelöst. Was die nächsten fünf Jahre angeht, sind 93 Prozent der befragten Institute davon überzeugt, dass die Goldreserven weiter erhöht werden. 45 Prozent der Befragten haben konkrete Pläne, ihre eigenen Goldreserven auszubauen – ein neuer Rekordwert. 

Hauptmotive: Schutz vor geopolitischen Risiken und Portfoliodiversifikation

90 Prozent der befragten Notenbanken gaben die Schutzfunktion von Gold bei geopolitischen Krisen als Entscheidungsfaktor über Goldkäufe an, 82 Prozent nannten Portfoliodiversifikation als wichtigen Motivator zum weiteren Ausbau der Goldreserven. Gleichzeitig – und wenig überraschend – setzt sich ein Trend fort, der sich seit einigen Jahren entwickelt: 74 Prozent der Befragten rechnen mit einem moderaten bis signifikanten Rückgang der US-Währung bei den Fremdwährungsreserven innerhalb der nächsten fünf Jahre. 2024 waren es noch 62 Prozent, 2022 sogar nur 42 Prozent.