Langfristige Analysen der Goldpreisentwicklung zeigen, dass es durchaus Jahreszeiten oder sogar einzelne Monate gibt, in denen Gold besonders stark bzw. besonders schwach nachgefragt wird. Dies hat selbstverständlich Auswirkungen auf den Goldpreis. Eine Analyse der letzten 56 Jahre liefert interessante Ergebnisse, die allerdings mit Vorsicht zu genießen sind, denn weitreichende geopolitische Ereignisse und konjunkturelle Krisenzeiten halten sich nicht an Jahreszeiten. Interessant sind die empirischen Daten trotzdem.
Bei Verkaufsüberlegungen theoretisch den Januar abwarten
Gold ist in erster Linie eine langfristige Anlage: Das Edelmetall hat sich als Wertspeicher und Inflationsschutz historisch bewährt und dient außerdem als Portfoliostabilisator. Sollten Anleger zur Erhöhung ihrer Liquidität oder Realisierung von Kursgewinnen trotzdem Teile ihrer Goldallokation verkaufen wollen, kann es laut der aktuellen Untersuchung von „Goldreporter“ ratsam sein, den Januar abzuwarten: Seit 1970 hat Gold diesen Monat in 37 von 56 Jahren mit einem Plus abgeschlossen. Gleichzeitig ist der Kursgewinn mit durchschnittlich 2,8 Prozent der höchste im Monatsvergleich. Allerdings sind die Kursausschläge im Januar auch die größten: Von 28,64 Prozent Plus bis 11,35 Prozent Minus reichte die Preisentwicklung – und belegt, wie wenig aussagekräftig empirische Daten letzten Endes sind.
Idealer Zeitpunkt für Käufe ist einfacher zu bestimmen
Wer noch kein Gold im Depot hat, kann praktisch zu jeder Zeit von einer Goldallokation profitieren – vorausgesetzt, eine lange Haltedauer ist eingeplant: Da Gold bekanntlich langfristig am meisten glänzt, sind der richtige Kaufzeitpunkt und der jeweilige Goldpreis nicht so entscheidend wie der Anlagehorizont. Über längere Zeiträume hinweg hat Gold immer an Wert gewonnen bzw. die Fiatwährungen, mit denen die Preisentwicklung bemessen wird, haben in dieser Zeit an Wert eingebüßt. Ein zweiter wichtiger Grund, Gold unabhängig von einem bestimmten Zeitpunkt zu kaufen, ist die durch etliche Studien belegte Tatsache, dass bereits eine 5- bis 10-prozentige Gold-Beimischung die risikobereinigte Rendite eines typischen Aktien/Anleihen-Portfolios verbessern kann.