Seit Jahresbeginn hat der Goldpreis währungsunabhängig mehrfach neue Höchststände erreicht, aber auch Abstürze erlebt wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Für manche Anleger überraschend war sicher das Abtauchen des Edelmetalls mit dem Beginn der Kampfhandlungen zwischen Israel und USA auf der einen und dem Iran auf der anderen Seite. Viele hatten einen weiteren Kurssprung der Krisenwährung erwartet. Stattdessen schien Gold wieder zu schwächeln. Inzwischen hat sich das Edelmetall wieder stabilisiert; seine Volatilität lag in den ersten drei Monaten 2026 mit etwas über 20 Prozent jedoch deutlich über dem langjährigen Durchschnitt.
Langfristig ist Gold die Anlageklasse mit der viertniedrigsten Volatilität
Die Volatilität bildet das kurzfristige Verlustrisiko einer bestimmten Anlage ab. Je geringer sie ausfällt, desto weniger kann diese Anlage – empirisch gesehen – die Gesamtperformance eines Portfolios belasten. In der unlängst veröffentlichten Studie „Gold as a strategic asset: 2026 edition” des World Gold Council zählte die durchschnittliche Tagesvolatilität von Gold über die letzten 20 Jahre zu einer der niedrigsten im Vergleich zu anderen Anlageklassen. Mit 17,27 Prozent war die Tagesvolatilität zwar höher als jene von Anleihen (repräsentiert durch den Bloomberg Global Aggregate Bond Index) mit nur 5,23 Prozent, Rohstoffen mit 15,96 Prozent und Aktien aus Industrienationen mit 17,08 Prozent. Gleichzeitig jedoch wiesen Anlageklassen wie US-Aktien sowie Aktien von Schwellenländern, Alternative Investments, Private Equity und Rohöl deutlich höhere Volatilitäten aus.
In punkto Performance ist Gold seit Jahren ganz vorne dabei
Gold hat sich 2024 in der Eurozone um 36,6 Prozent verteuert und 2025 sogar um 44,9 Prozent – fast konkurrenzlos im Gesamtbild aller Anlageklassen. Trotz der mehrfachen Abstürze bietet Gold für die ersten drei Monate 2026 laut aktueller Daten von justETF Research eine Wertentwicklung von 9,84 Prozent zum 1. April 2026. Es hat sich damit deutlich besser entwickelt als der Aktienmarkt. Der MSCI World Index verzeichnete beispielsweise im gleichen Zeitraum einen Anstieg von lediglich 2,8 Prozent. Gold hat somit bei erhöhter Volatilität seine Aufgabe, die risikobereinigte Rendite im Portfolio zu verbessern, weiter erfüllt. Ob sich Gold wie in den letzten zwei Jahren auch 2026 massiv als Renditebringer erweisen wird, bleibt abzuwarten.