Gold-Bestände in ETFs steigen vor allem in Asien rasant

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In zahlreichen asiatischen Ländern hat Gold bei der Bevölkerung traditionell einen deutlich höheren Stellenwert als in Europa oder den USA, was sich in hoher privater Nachfrage nach dem Edelmetall niederschlägt. Seit einigen Jahren bauen auch die dortigen Notenbanken ihre Goldreserven massiv aus, um unabhängiger vom US-Dollar zu werden. Zudem erfreut sich Gold als Investment und zur Portfoliodiversifikation bei institutionellen wie privaten Investoren in Asien steigender Beliebtheit – sei es in Form von Goldbarren oder als börslich gehandelte Goldfonds. Während Gold-ETFs in den USA im bisherigen Verlauf des Jahres 2026 Abflüsse verzeichnen und physisch besicherte Gold-ETCs in Europa uneinheitlich, insgesamt aber nur schwach wachsen, ist die Nachfrage in fast allen asiatischen Ländern hoch.

78 Tonnen Gold 2026: 18 Prozent Zuflüsse in ETFs in Asien

Asiatische Goldfonds verzeichneten seit Jahresbeginn laut der Veröffentlichung „Gold ETFs, holdings and flows“ des Branchenverbands World Gold Council vom 26. Juni 2026 Zuflüsse von insgesamt 78 Tonnen, wobei ein Großteil auf China entfiel, das bereits seit Jahren als größter Nachfrager nach dem Edelmetall gilt. Auch indische Gold-ETFs erhöhten ihre Bestände um 22,5 Prozent. Einen echten Nachfragesprung verzeichneten Goldfonds in Hongkong mit über 165 Prozent Zuflüssen seit Jahresbeginn, gefolgt von Singapur mit 146 Prozent und Malaysia mit 29,5 Prozent. Auch südkoreanische ETFs erhöhten ihre Bestände um knapp 18 Prozent.

Abflüsse in den USA, uneinheitliche Entwicklungen in Europa

Mit einem Minus von 36,5 Tonnen führten US-Goldfonds die Abflüsse 2026 an, was allerdings nur 1,8 Prozent des US-Goldbestandes ausmacht. Hier schlägt sich die Erwartung der US-Investoren bezüglich steigender Leitzinsen nieder. In Europa verzeichneten vor allem Gold-ETCs in Großbritannien und der Schweiz überschaubare Zuflüsse, deutsche ETCs mit physischer Besicherung dagegen geringe Abflüsse in Höhe von -0,1 Prozent. Etwas höhere Abflüsse verzeichneten französische Gold-ETCs mit -3 Prozent und italienische mit -12 Prozent.